ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2008Elektronischer Heilberufsausweis: Fit für die elektronische Signatur

TECHNIK

Elektronischer Heilberufsausweis: Fit für die elektronische Signatur

Dtsch Arztebl 2008; 105(19): A-1014

Reum, Lutz

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Prozess der Signaturkartenbeantragung: Hier prüft die IHK die Identität des Antragstellers. Quelle: D-TRUST
Prozess der Signaturkartenbeantragung: Hier prüft die IHK die Identität des Antragstellers. Quelle: D-TRUST
Die Kommunikation im Zeitalter von E-Mail und Internet erfordert neue Wege der Identifizierung und des Vertrauensaufbaus und ist mit dem in der analogen Welt bewährten Grundsatz „unterschrieben mit meinem guten Namen“ nicht mehr mit dem Füller zu realisieren. Die Unterschrift signalisiert in unterschiedlichen Bereichen, dass der Unterzeichner mit dem Inhalt eines Schriftstücks, der Überweisung eines Geldbetrags oder der Bestätigung zum Beispiel einer Dienstleistung einverstanden ist. Die Unterschrift bestätigt die Identität des Signierenden und dient als Vertrauensnachweis in der geschäftlichen und privaten Kommunikation. Dieses bekannte Verfahren funktioniert in der digitalen Welt so nicht mehr. Es muss in ein systemgerechtes Verfahren überführt werden, das neue Anforderungen berücksichtigt. Der suggerierte einfache Umgang der Onlinekommunikation hat dazu geführt, dass im Alltag mehrheitlich auf den Beweis der Identität etwa beim Versenden von E-Mails mit anhängenden Dokumenten verzichtet wird und die Unterschrift nicht mehr das „Erkennungsmerkmal“ des Absenders ist. Dieser Umgang würde in der analogen Welt bedeuten, das man vertrauenswürdige Informationen in einem Brief niederschreibt, diesen weder zuklebt noch unterschreibt und so versendet. Niemand käme auf die Idee, das zu tun.

Da immer mehr Geschäftsprozesse in die digitale Welt übertragen werden, ist es unabdingbar, auch hier unterschreiben zu können. Gerade im Austausch sensibler Gesundheitsdaten ist die „digitale Signatur“ wichtig, denn nur sie kann das Vertrauen zwischen Absender und Empfänger sicherstellen. Mit der Einführung des elektronischen Heilberufsweises (eHBA) bekommt der Arzt den „digitalen Füller“ in die Hand. Den eHBA erhält der Arzt nach Prüfung der berufsrechtlichen Voraussetzungen von einem Trustcenter, das die Identität des Antragstellers zweifelsfrei feststellen muss (siehe Grafik).

Ohne sinnvolle Signaturanwendungen wird dem eHBA aber kein Erfolg zuteil werden. Deshalb tragen Initiativen, wie die von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein unterstützte Onlineabrechnung mit dem eHBA, entscheidend zur Akzeptanz der Technologie bei. Bundesweit soll die Onlineabrechnung ab 2010 verpflichtend eingeführt werden. Der eHBA dient als digitaler Ausweis und ermöglicht die qualifizierte digitale Signatur sowie das vertrauliche Verschlüsseln von Daten während des Transports. Er wird somit zum vertrauensbildenden Schlüssel in der digitalen ärztlichen Praxis.
Lutz Reum
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