ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2008Gesprächspsychotherapie: Aufnahme als GKV-Leistung abgelehnt

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Gesprächspsychotherapie: Aufnahme als GKV-Leistung abgelehnt

Dtsch Arztebl 2008; 105(20): A-1038 / B-902 / C-882

Bühring, Petra

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Wirksamkeit und Nutzen der Gesprächspsychotherapie sind dem G-BA zufolge nicht ausreichend belegt. Foto: Peter Wirtz
Wirksamkeit und Nutzen der Gesprächspsychotherapie sind dem G-BA zufolge nicht ausreichend belegt. Foto: Peter Wirtz
Die gesetzlichen Krankenkassen sollen auch künftig die Gesprächspsychotherapie nicht als Leistung übernehmen. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossen. Wirksamkeit und Nutzen der Gesprächspsychotherapie seien für die Behandlung der wichtigsten psychischen Erkrankungen bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Das Gremium bestätigte damit eine Entscheidung vom 21. November 2006. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte diese mit der Begründung beanstandet, dass der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) zusätzliche Dokumente zur Stellungnahme vorzulegen seien und diese in die Beschlussfassung einzubeziehen sei.

In der wissenschaftlichen Literatur findet man laut G-BA nur für Patienten mit Depressionen Belege dafür, dass die Gesprächspsychotherapie im Hinblick auf einen Behandlungserfolg ebenso nützlich ist wie die derzeit in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung zur Verfügung stehenden Verfahren. Eine breite Versorgungsrelevanz sei jedoch ein wesentliches Kriterium für die Aufnahme in den Leistungskatalog. Der G-BA betont, dass die Entscheidung sowohl anhand der bis zum 20. März gültigen Psychotherapie-Richtlinien erfolgte als auch nach den neuen Richtlinien, die ein Schwellenkriterium definieren.

„Der Beschluss übergeht das einhellige Votum der gesamten deutschen Psychotherapeutenschaft“, kritisiert BPtK-Präsident Prof. Dr. Rainer Richter. Die BPtK war in ihrer Stellungnahme zu dem Ergebnis gekommen, dass die Gesprächstherapie in einer Reihe von Anwendungsbereichen wirksam und nützlich sei. PB
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