ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2008KBV: Augenheilkunde benachteiligt

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KBV: Augenheilkunde benachteiligt

Dtsch Arztebl 2008; 105(20): A-1072 / B-928 / C-908

Paulukat, Dirk

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Die KBV-Pläne werden der Versorgungswirklichkeit im Fach der Augenheilkunde leider nicht gerecht. Es gibt eine Vielzahl von niedergelassenen Augenärzten, die ausgewählte ambulante Operationen wohnortnah für die Patienten anbieten; als Beispiel seien hier die ambulante Laserkoagulation bei Diabetikern sowie kleinere extraokulare Eingriffe genannt. Nach derzeitigem KBV-Konzept wären diese Kollegen gezwungen, sich für die Einstufung als „Primärversorger“ zu entscheiden (da dies natürlich der Schwerpunkt dieser Praxen ist), und könnten dann ambulante Operationen nicht mehr abrechnen. Auf diese Weise fördert die KBV die (politisch gewollte) Konzentration qualifizierter ambulanter Medizin in großen Zentren zulasten der wohnortnahen hochwertigen fachärztlichen Versorgung. Die Kostenersparnis ist dabei sehr fraglich, da die bisherige Minimalvergütung der niedergelassenen Augenärzte sicher mit den Betreibern großer Zentren nicht zu machen ist. Es ist meines Erachtens zynisch von Herrn Köhler zu sagen „die Sachzwänge bleiben, auch wenn die KV weg ist“ – der größte Sachzwang ist zurzeit die Unterfinanzierung der ambulanten Versorgung mit nur 14 bis 15 Prozent der Kassenetats, obwohl hier 80 bis 85 Prozent der gesamten Patientenversorgung des Landes stattfinden. Das jahrelange Versagen der KBV hat diese „Sachzwänge“ erst herbeigeführt – es ist genug Geld im System!
Dirk Paulukat, Frankfurter Straße 28,
65520 Bad Camberg
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