ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2008Gesundheitstelematik: Whitepaper Sicherheit: Wie werden Gesundheitsdaten geschützt?

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Gesundheitstelematik: Whitepaper Sicherheit: Wie werden Gesundheitsdaten geschützt?

Dtsch Arztebl 2008; 105(20): A-1073 / B-929 / C-909

Krüger-Brand, Heike E.

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K.-o.-Kriterien für die Gesundheitskarte sind die Wahrung von Datenschutz und Datensicherheit. Foto: Techniker Krankenkasse
K.-o.-Kriterien für die Gesundheitskarte sind die Wahrung von Datenschutz und Datensicherheit. Foto: Techniker Krankenkasse
Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und der damit einhergehende Aufbau einer einheitlichen Telematikplattform für das Gesundheitswesen hat viele Kritiker – gerade auch unter den Ärzten – auf den Plan gerufen. Eines der Hauptbedenken betrifft den Datenschutz: Wie lässt sich gewährleisten, dass die ärztliche Schweigepflicht und das Bundesdatenschutzgesetz für die sensiblen medizinischen Daten eingehalten werden können? Ist die Vertraulichkeit der Informationen, die Arzt und Patient austauschen, in einem elektronisch vernetzten Gesundheitssystem überhaupt möglich?

Auf solche Fragen geben die Fachkonzepte der für die Einführung der eGK verantwortlichen Betriebsgesellschaft Gematik (www.gematik. de) eine Antwort – allerdings dürften diese aufgrund ihres Umfangs und ihrer Fachsprachlichkeit nur für eine kleine Minderheit technisch versierter Experten verständlich sein, nicht aber für den normalen Bürger. Um diesem Missstand abzuhelfen, hat die Gematik ein „Whitepaper Sicherheit“ herausgegeben, das detailliert und gleichzeitig auch für den interessierten Laien verständlich beschreibt, wie Gesundheitsdaten im Rahmen der geplanten Tele­ma­tik­infra­struk­tur künftig geschützt werden.

In dem Papier werden zunächst die allgemeinen Voraussetzungen für eine sichere technische Infrastruktur dargestellt und die Maßnahmen beschrieben, mit denen sich Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten gewährleisten lassen. Vor allem wird erläutert, inwiefern das „Zweikartenprinzip“ – elektronische Gesundheitskarte und elektronischer Heilberufsausweis – das Recht des Patienten auf informationelle Selbstbestimmung ermöglichen. Ausführlich wird auf die zentrale Rolle der Verschlüsselung in dem Sicherheitskonzept eingegangen.
Ein weiteres Kapitel der Broschüre widmet sich dem Konnektor, dem Bindeglied zwischen der Gesundheitskarte, den EDV-Systemen in Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern sowie dem Gesundheitsnetz. Unter der Überschrift „Transportkanal“ werden die Voraussetzungen dargestellt, die für eine sichere Übertragung medizinischer Daten erforderlich sind. Erläutert wird die Funktion der Broker, die innerhalb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur als vermittelnde Instanzen zwischen den Konnektoren und den zentralen Diensten (wie etwa dem Verordnungsdatendienst) eingesetzt werden.

Das Papier beantwortet viele Fragen bezüglich möglicher Maßnahmen zur Datensicherheit und zum Datenschutz, macht aber auch deutlich, dass Sicherheit ein nicht abschließbarer Prozess ist, der eine fortwährende Anstrengung der Nutzer und eine permanente Anpassung der Systeme erfordert. Es plädiert klar für eine bundesweit einheitliche Sicherheitsinfrastruktur, weil diese gegenüber Einzellösungen den Vorteil hat, dass neue Entwicklungen und Bedrohungsszenarien schneller im laufenden Betrieb berücksichtigt werden können.

Das „Whitepaper Sicherheit“ kann kostenfrei im Internet unter der Adresse www. gematik.de (Rubrik: Presse/Präsentationen) heruntergeladen werden und ist auch im Telematikdossier des Deutschen Ärzteblattes verfügbar. KBr

Whitepaper Sicherheit im Internet: www.aerzteblatt.de/dossiers/telematik
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