ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2008Kulturkalender: Heiligtümer und antike Schätze

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Kulturkalender: Heiligtümer und antike Schätze

Dtsch Arztebl 2008; 105(20): A-1078

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Foto: Daigo-ji, Kyoto
Foto: Daigo-ji, Kyoto
BONN
Bis 24. August:
Tempelschätze des heiligen Bergs
Das Kloster Daigo-ji im Süden der alten japanischen Kaiserstadt Kyoto, seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe, blickt auf eine mehr als 1 100-jährige Geschichte zurück. Es war seit jeher ein Zentrum für Studien der buddhistischen Religion wie auch der Philosophie und Medizin und blieb bis heute als bedeutendes religiöses Zentrum und Wallfahrtsort erhalten. 160 Exponate, darunter großformatige Skulpturen, wertvolle Gemälde und Bildrollen, kostbare Lackarbeiten, kunstvolle Kalligrafien und Sutren geben einen Einblick in den japanischen Shingon-Buddhismus. Die Tempelschätze sind nicht nur Kunstobjekte, sondern auch Gebrauchsgegenstände einer bis heute praktizierten Religion.
Bundeskunsthalle, Museumsmeile Bonn,
Friedrich-Ebert-Allee 4, Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

BREMEN
Bis 13. Juli:
Sammlungsparcours: Zeit in Bildern
Das Phänomen Zeit ist allgegenwärtig. Es ist etwas für uns Selbstverständliches und dennoch nur schwer zu fassen. Künstler aller Epochen haben sich mit der Zeit im Bild beschäftigt. Ihre Werke zeigen unterschiedliche Wege auf, die Zeit mit den Augen greifbar zu machen: in Allegorien und Symbolen, in Bildern von Jugend und Alter oder in konkreten Schilderungen von Zeitabläufen. Der Ausstellungsparcours durchläuft eine Kunstgeschichte der Zeit von Albrecht Dürer über Pieter Lastmann, William Hogarth oder Edouard Manet bis hin zu Thomas Ruff und Bill Viola.
Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, Mi.–So. 10–17, Di. 10–21 Uhr

FRANKFURT AM MAIN
22. Mai bis 21. September:
Launen des Olymp
Unter den Museen am Frankfurter Mainufer gilt das Liebieghaus als besonderes Schmuckstück. Die Skulpturengalerie, 1909 in der Villa des böhmischen Textilkaufmanns Baron von Liebieg eröffnet, ist mit mehr als 2 000 Werken eine der bedeutendsten in Europa. Nach sechsmonatiger Schließung wegen Umbaus nimmt das Haus nun den Mythos von Athena, Apollon und Marsyas unter die Lupe. Originale Skulpturen, Vasen und Bilder beleuchten das Schicksal des talentierten Satyrs Marsyas, eines halbgöttlichen Wesens, das zum blutigen Opfer des Neids und der Grausamkeit des griechischen Gottes Apollon wird. Die weltberühmte Marmorstatue der Athena aus der Hand des Bildhauers Myron stand ursprünglich mit dem Marsyas auf der Athener Akropolis.
Liebieghaus, Schaumainkai 71, Di.–So. 10–17, Mi. 10–20 Uhr

HAMBURG
Bis 31. August:
Fischli/Weiss: Fragen und Blumen
Peter Fischli (Jahrgang 1952) und David Weiss (1946) sind ein Künstlerduo, das seit 1979 zusammenarbeitet. Sie zählen zu den renommiertesten Gegenwartskünstlern der Schweiz und bedienen sich einer großen Bandbreite von Ausdrucksformen von Film über Fotografie und Bücher bis hin zu Plastiken und Multimedia-Installationen. Darin verfremden sie voller Humor und Ironie Gegenstände und Situationen des Alltags. Die Retrospektive entstand in Kooperation mit der Londoner Tate Modern und dem Kunsthaus Zürich und ist in Hamburg exklusiv für Deutschland zu sehen.
Deichtorhallen, Deichtorstraße 1–2,
Di.–So. 11–18 Uhr

WEIMAR
16. Mai bis 27. Juli:
Victor Hugo als Zeichner
Das zeichnerische Werk von Victor Hugo weist auf die großartige Doppelbegabung des Schriftstellers hin, die vergleichbar ist mit Goethes vielfältigen Betätigungsfeldern. Seine dunklen visionären Blätter griffen ihrer Entstehungszeit weit voraus. Im 20. Jahrhundert inspirierten sie insbesondere die Surrealisten. Circa 80 Zeichnungen und Aquarelle mit fantastisch anmutenden Motiven sowie Architektur- und Landschaftsdarstellungen geben in Weimar Einblick in ein weitgehend unbekanntes Werk. Die Schau ist Auftakt zu einer Reihe von Präsentationen, in der herausragende Positionen der europäischen Literatur vorgestellt werden.
Schiller-Museum, Schillerstraße 12,
Mi.–Mo. 9–18, Sa. 9–19 Uhr

Der besondere Tipp

Von der Natur lernen
Das Tryptichon „Moosalp“ des Malers und Mathematikers Dirk Haupt (Bild) ist eine von zwölf künstlerischen Positionen, die in der Ausstellung Prototypen (24. Mai bis 24. August) die rund 170 wissenschaftlichen Exponate ergänzen. Ungemein spannend sind die Lösungsansätze aus der Natur, die Bioniker als Inspiration für technische Entwicklungen nutzen. In sechs Themenräumen gibt die faszinierende Schau zum Teil verblüffende Antworten auf folgende Fragen: Wie entsteht Bewegung? Wozu dienen Grenzen? Was ist Stabilität? Woher kommt Energie? Wie entstehen Lösungen? Wie organisieren sich Dinge von selbst?

„Prototypen – Bionik und der Blick auf die Natur“, Max-Liebermann-Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin-Mitte, Mo. und Mi.-Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr; Führungen sonntags 15 Uhr und auf Anfrage über Telefon: 0 30/22 63 30 16
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