ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2007Interview: Mehr als fragwürdig

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Interview: Mehr als fragwürdig

PP 6, Ausgabe November 2007, Seite 514

Schuleri, Erwin

Die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich-Nielsen über die vaterlose Gesellschaft (Heft 8/2007: „Jeder muss lernen, seine Vorurteile zu durchschauen“ von Christof Goddemeier).
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LNSLNS Frau Mitscherlich-Nielsens Anmerkung „ . . . nachdem aus der Kulturnation Deutschland eine Verbrechernation geworden war“ ist mehr als fragwürdig. Die Deutschen waren immer eine Kulturnation, sogar in den Jahren 1933 bis 1945. Verbrecherisch war die damalige Regierung und der zahlenmäßig unbedeutende Anteil der Bevölkerung, der die Nazidiktatur unterstützt hat. Jedes Volk – ohne Ausnahme! – hat seine gewisse Verbrecherquote, dies kann aber nicht bedeuten, dass man das Recht hat, diese Quote mit der eigentlichen Nation zu verwechseln. Niemand hat das Recht, eine Nation in ihrer Gesamtheit, ob es die eigene ist oder nicht, in die Mülltonne der Geschichte zu werfen. War/ist das russische Volk eine Verbrechernation, weil während der stalinistischen Diktatur Zigmillionen Bürger der Sowjetunion umgebracht wurden? Oder all die Völker aus Osteuropa, die jahrzehntelang die gleiche Diktatur miterleben mussten, waren das alle Verbrechernationen? Wie wäre es, wenn Frau Mitscherlich-Nielsen zunächst einmal lernt, ihre eigenen „Vorurteile zu durchschauen“?
Dr. med. Erwin Schuleri, Altstadtstraße 26, 97422 Schweinfurt
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