ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2008Masern: Infektionsgefahr bei Reisen zur Fußball-EM

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Masern: Infektionsgefahr bei Reisen zur Fußball-EM

Dtsch Arztebl 2008; 105(21): A-1094 / B-946 / C-926

Siegmund-Schultze, Nicola

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Wichtige Reisevorbereitung: Wer zur EM fährt, sollte seinen Schutz vor Masern überprüfen und gegebenenfalls die Impfung nachholen lassen. Foto: dpa
Wichtige Reisevorbereitung: Wer zur EM fährt, sollte seinen Schutz vor Masern überprüfen und gegebenenfalls die Impfung nachholen lassen. Foto: dpa
Die europäische Abteilung der Welt­gesund­heits­organi­sation, das European Center for Disease Control and Prevention, und die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut in Berlin (STIKO) empfehlen, vor Reisen nach Österreich und in die Schweiz den Impfschutz gegen Masern zu prüfen und eventuell die Impfung nachholen zu lassen (Epidemiologisches Bulletin 2008; 19: 152–3). Die Organisationen schließen sich damit der Empfehlung des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit und des österreichischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums an: Diese erinnern aktuell an die Bedeutung des Impfschutzes, vor allem wegen des erwarteten Andrangs von Besuchern zur Fußball-Europameisterschaft vom 7. bis 29. Juni.

Hintergrund für die Aufforderung zur Prüfung des Immunstatus sind größere Masernausbrüche in beiden Ländern und die Beobachtung, dass die Krankheit auch nach Deutschland verschleppt wurde. So häufen sich seit Anfang des Jahres Masernerkrankungen in Baden-Württemberg (240 Fälle von Januar bis Ende April) und Bayern (96 Fälle im selben Zeitraum). Mehr als 200 Erkrankungen in den beiden südlichen Bundesländern werden mit einem Masernausbruch an einer Salzburger Schule in Verbindung gebracht, Seit November 2006 registrieren auch die Schweizer Gesundheitsämter eine größere Häufung von Masernerkrankungen.

Die STIKO weist auf Impflücken von fünf bis zehn Prozent vor allem bei den Geburtsjahrgängen 1979 bis 1991 hin – mit Ausnahme der Jahrgänge 1980 bis 1985, bei denen die Impflücke unter fünf Prozent liege. In Deutschland sind Impfstoffe für Kinder und Erwachsene zugelassen. Nach Kontakt zu Masernkranken sollte bei fehlender Immunisierung oder unklarem Immunstatus innerhalb von drei Tagen nach Exposition geimpft werden. nsi
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