ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2008Arztberuf: Wer wen fördert
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Im DÄ 8/2008 werden auf fünf Heftseiten Gründe des Hausärztemangels und Rezepte gegen eben diesen aufgelistet. Einer der Hauptgründe für diese Situation wird jedoch nicht erwähnt, erscheint aber bereits im DÄ 12/2008 als Titelgeschichte: „Die Medizin wird weiblich.“ Tatsächlich sind mittlerweile zwei Drittel der Studienanfänger im Fach der Humanmedizin Frauen. Es ist nachvollziehbar, dass Kolleginnen zumindest die Landarzttätigkeit nicht ausüben können oder wollen. Die unausweichliche Konsequenz ist, dass in den kommenden drei bis acht Jahren, wenn die Nachkriegsjahrgänge der Hausärzte in den Ruhestand gehen werden, Medizinische Versorgungszentren flächendeckend entstehen werden. Die wohnortnahe ärztliche Versorgung wird dann der Vergangenheit angehören. Dass „immer weniger Männer Ärzte werden wollen“, entspricht sicherlich nicht der vollen Wahrheit. Es gibt so manche männliche Abiturienten, die gern Medizin hätten studieren wollen, die dieses Vorhaben aber angesichts ihrer Abiturnoten nicht in die Tat umsetzen können. In den Numerus-clausus-Fächern liegen die Frauen im Gegensatz zu früheren Jahren weit vorn. Die Gründe für die besseren Schulleistungen der Mädchen mögen vielfältig sein. Aber angesichts unseres „feminisierten“ Erziehungs- und Schulsystems hilft uns bei der Lösung dieses Problems möglicherweise die Erweiterung eines Zitats aus dem Artikel im DÄ 12/2008 weiter: Es tendieren nicht nur Männer dazu, eher Männer zu fördern, sondern es neigen auch Frauen dazu, eher Frauen zu fördern – das „jüngere Selbst“.

Dr. med. Ulrich Haag, Lange Straße 39,
73467 Kirchheim am Ries
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