ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2008Versicherungsvertragsgesetz: Keine Antwort ohne Frage

BERUF

Versicherungsvertragsgesetz: Keine Antwort ohne Frage

Dtsch Arztebl 2008; 105(21): [110]

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Mehr Rechte für die Versicherten

Das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG) schafft seit dem 1. Januar 2008 mehr Klarheit für Kunden und Versicherer. Anders als vor der VVG-Reform trägt das Risiko einer möglichen Fehleinschätzung nun nicht mehr der Verbraucher, sondern die Versicherungsgesellschaft. Das Versicherungsunternehmen muss gezielt und präzise fragen. „Es kann hinterher nicht negativ ausgelegt werden, wonach vorher gar nicht gefragt worden ist“, erläutert die Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV), Lilo Blunck. Das treffe ganz besonders auf Personenversicherungen zu. Bei denen werde sehr umfassend nach dem Gesundheitszustand der Antragsteller gefragt. Die BdV-Vorsitzende: „Früher war das oft ein Problem. Da konnte eine nicht gegebene Antwort negativ zu Buche schlagen und den gesamten Versicherungsschutz gefährden.“

Der Kunde braucht auch nicht mehr „nachzuliefern“, falls er nach Antragstellung unter neuen Krankheiten, Gesundheitsstörungen oder Beschwerden leidet. Das hat er vor der Reform tun müssen, solange er die Police noch nicht hatte. Nach neuem Recht muss er solche Auskünfte nur auf ausdrückliche Nachfrage des Versicherers geben. Die Fragen beziehen sich nicht allein auf den aktuellen Gesundheitszustand, sondern auch auf den der Vergangenheit. Der BdV begrüßt es, dass der Gesetzgeber sich hier für eine zeitliche Begrenzung ausspricht, und fordert eine Lösung mit einem Zeitraum von maximal fünf Jahren. Aber selbst die Auskunft über diese Zeit sei für viele Menschen nicht einfach. Wer sichergehen will, nichts zu übersehen, der sollte die Fragen der Versicherung mit Unterstützung seines Arztes beantworten, rät der BdV.

Die korrekte Beantwortung der Fragen ist wichtig. Bereits eine falsche Antwort kann den Versicherungsschutz kosten. Im Gegensatz zu früher führt die falsche oder unvollständige Beantwortung aber nicht mehr zwingend zur Aufhebung des Vertrages. In weniger schweren Fällen kommt es nach neuem Recht nunmehr zu Vertragsanpassungen wie Ausschlüssen von Leistungen für bestimme Erkrankungen oder Beitragserhöhungen. JF
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema