ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2008Studie: Jedes sechste Kind lebt in Armut

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Studie: Jedes sechste Kind lebt in Armut

Dtsch Arztebl 2008; 105(22): A-1159 / B-999 / C-979

afp

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Den Blick stärker auf die Kinder richten:Bundes-familienministerin Ursula von der Leyen. Foto:ddp
Den Blick stärker auf die Kinder richten:Bundes-familienministerin Ursula von der Leyen. Foto:ddp
Jedes sechste Kind in Deutschland lebt unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind Kinder, die nur von einem Elternteil aufgezogen werden, die mehrere Geschwister haben oder deren Eltern Ausländer sind, wie ein in Berlin vorgelegtes Dossier des Prognos-Instituts im Auftrag des Bundesfamilienministeriums ergab.

Zwar gelinge es Deutschland im europäischen Vergleich gut, Kinderarmut zu bekämpfen, doch es gelte, den Blick noch stärker auf die Kinder zu richten, sagte Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Vorstellung des Berichts. Auch eine ebenfalls präsentierte UNICEF-Studie sei eine „berechtigte Mahnung“.

Nach dem „Prognos“-Bericht lag die Armutsrisikoquote bei den unter 18-Jährigen im Jahr 2006 bei 17,3 Prozent. Dabei fiel das Armutsrisiko für Kinder von Alleinerziehenden mit 40 Prozent deutlich höher aus als in Paarhaushalten mit – je nach Kinderzahl – 9,5 bis 14 Prozent. Die Kinder ausländischer Familien sind wegen geringerer Berufstätigkeit und Verdienste ihrer Eltern mit 30 Prozent einem doppelt so hohen Armutsrisiko ausgesetzt wie Kinder aus deutschen Familien.

Dem Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF zufolge wachsen 35 bis 40 Prozent der Kinder in 1-Eltern-Familien in relativer Armut auf. Als weitere Probleme nennt der Bericht unter anderem unzureichende Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige sowie die ausgeprägte Abhängigkeit der Chancen auf Bildung und Gesundheit von der sozialen Herkunft.

Von der Leyen plädierte unter anderem für ein nach der Kinderzahl gestaffeltes Kindergeld, um kinderreiche Familien vor dem Abrutschen in die Armut zu bewahren. Auch die Kindertagesbetreuung sei qualitativ zu verbessern und die Betreuung ausländischer Kinder zu fördern. afp
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