ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2008Randnotiz: Wer hilft wem am besten?

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Randnotiz: Wer hilft wem am besten?

Dtsch Arztebl 2008; 105(22): A-1159 / B-999 / C-976

Korzilius, Heike

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LNSLNS Das staatliche britische Gesundheitssystem, der National Health Service, genießt nicht den besten Ruf, wenn es um die Versorgung der Patienten geht. In puncto Sparsamkeit könnte aber manch einer von den Briten lernen. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Alan Johnson hat vor Kurzem mit einem Weißbuch Aufsehen erregt, das den Apothekern im Königreich neue Aufgaben beschert. Sie sollen künftig Rezepte ausstellen können, um Patienten bei Bagatellerkrankungen den Weg zum Arzt zu ersparen. Das senke die Kosten und entlaste zudem die Hausärzte, die etwa 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit der Therapie von Befindlichkeitsstörungen verbrächten.
Der britische Ärzteverband hält von dieser Idee verständlicherweise nichts: „Diagnose und Therapie von Krankheiten sind Sache des Arztes“, heißt es dort. Apotheker- und Patientenverbände können sich hingegen für den Plan erwärmen. Erstere fühlen sich in ihrer Kompetenz geschätzt, Letztere sehen die Bequemlichkeit. Statt wochenlang auf einen Arzttermin zu warten oder Stunden in einem Wartezimmer zu verbringen, geht man eben spontan in die Apotheke nebenan.

Wer nun glaubt, das Konzept sei einzig der britischen Verschrobenheit geschuldet, der irrt. „Ob es auch in Deutschland dazu kommt, dass darüber nachgedacht wird, Apothekern zu erlauben, eigenhändig Rezepte auszustellen und Therapie zu betreiben, müssen wir abwarten“, schreibt Chefredakteur Hartmut Morck in der „Pharmazeutischen Zeitung“. „Bei dem drohenden Hausärztemangel sollten aber die Apotheker zumindest schon einmal darüber diskutieren.“ Inzwischen kratzt offenbar nicht nur Schwester Agnes am ärztlichen Selbstbild.
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