ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2008Tötungsmaschine: Zum Beispiel Oregon
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Gesellschaftlich akzeptiertes Töten, auch als aktive Sterbehilfe z. B. bei Dementen, ist, auch mit unserem historischen Hintergrund, strikt abzulehnen.
¬ Der selbstbestimmte Suizid zur Beendigung eines absehbaren (Krebs)-Leidenstodes ist eine individuelle Entscheidung.
Wir Ärzte machen uns die Diskussion leicht, haben wir doch in der gegebenen Situation die Mittel und Möglichkeiten, uns von unseren Leiden zu befreien (z. B. Sigmund Freud). Dies unseren Patienten mit dem teilweise schmerzhaften und entwürdigenden Tod vor Augen zu versagen, ist bigott. Auch die Zusicherung: Wir lindern palliativ allen Schmerz und alle Angst, reicht nicht immer aus. Eine Todesmaschine ist aber ganz sicher nicht die Lösung. Ich möchte das Vorgehen im US-Staat Oregon anführen (aerzteblatt.de vom 27.9.2007 und Spektrum der Wissenschaft 6/2006). Dort wird Pentobarbital in letaler Dosis an Patienten mit begrenzter Lebenszeit ausgegeben; nach ärztlichem Urteil – besonders zum Ausschluss psychiatrischer Erkrankungen. Nicht wie bei teuren Sterbehilfeorganisationen mit Begleitung, sondern zu Händen des Patienten. Die Patienten haben das Medikament dann vorrätig, und können es selbstbestimmt benutzen. Die Patienten erhalten damit einen Notanker, wenn die gesamten und reflektierten Umstände ein Ende notwendig machen. Erstaunlich selten wird davon Gebrauch gemacht. Hierbei handelt es sich dann um eine „erträgliche, selbstbestimmte Selbsttötung“.
Matthias Ertel, Ahornweg 10, 27299 Langwedel
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