ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2008Ernst Ruska (1906–1988): Das zweite Tor zum Mikrokosmos

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Ernst Ruska (1906–1988): Das zweite Tor zum Mikrokosmos

Dtsch Arztebl 2008; 105(22): A-1240 / B-1076 / C-1056

Hibbeler, Birgit

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Ernst Ruska. Foto:dpa
Ernst Ruska. Foto:dpa
Das Lichtmikroskop öffnete das erste Tor zum Mikrokosmos. Das Elektronenmikroskop öffnete das zweite Tor zum Mikrokosmos. Was werden wir finden, wenn wir das dritte Tor öffnen?“ Dieses Zitat stammt von Prof. Dr.-Ing. Ernst Ruska. Mit seiner bahnbrechenden Erfindung – dem Elektronenmikroskop – hat der Elektrotechniker der naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschung völlig ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. 1986 erhielt er dafür den Nobelpreis für Physik.

Schon als Student entdeckte Ruska das Prinzip der Elektronenmikroskopie. Er fand heraus, dass man Elektronenstrahlen beugen kann wie das Licht in einer Linse. Seine Elektronenlinse war ein Magnet, in dessen Feld die elektrisch geladenen Elementarteilchen von ihrer Bahn abgelenkt wurden. 1931 baute er mit Bodo von Borries und Max Knoll an der Technischen Hochschule Berlin das erste Elektronenmikroskop. Das „Siemens-Übermikroskop“ kam 1939 als serienmäßiges Produkt auf den Markt. 1949 übernahm Ruska die Leitung der Abteilung für Elektronemikroskopie beim Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem.

Ruska erhielt neben dem Nobelpreis eine Vielzahl an Wissenschaftspreisen, wie zum Beispiel den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis. Er wurde Ehrenmitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Fachgesellschaften, unter anderem der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Ruska starb vor 20 Jahren, am 27. Mai 1988 in Berlin. Birgit Hibbeler
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