ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2008Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2008; 105(22): A-1243 / B-1079

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LNSLNS Apokalyptisches und emotionale Ausnahmezustände aus Hollywood – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama
Ab 12. Juni:
Foto: 20th Century Fox
Foto: 20th Century Fox
The Happening
Dass er Regisseur werden würde, wusste er mit zwölf Jahren, dass er seine Frau Bhawna heiraten würde, beim ersten Date, dass sein Drehbuch zu „The Sixth Sense“ mehr als zwei Millionen Dollar wert sein würde, von Anfang an: Der 32-jährige indische Regisseur M. Nelliyattu Shyamalan ist eine Ausnahmeerscheinung in Hollywood. Aufgewachsen in einem vornehmen Vorort Philadelphias, besuchte er als Hindu eine katholische Privatschule. Mit 15 Jahren hatte er bereits etliche Kurzfilme gedreht, mit 22 Jahren schrieb, inszenierte und produzierte er sein Regiedebüt. Er verfasst nur „Spec-Scripts“, das heißt Drehbücher nach eigenen Ideen – so auch den apokalyptischen Thriller „The Happening“, in dem Menschen auf der ganzen Welt aus heiterem Himmel Suizide begehen und ein Lehrer mit seiner Familie (Foto) auf der Flucht ist. Das Science-Fiction-Drama beginnt in New York und thematisiert – unverkennbar mit Blick auf Hitchcocks „Vögel“ – eine Katastrophe globalen Ausmaßes.
USA 2008, 118 Minuten

Ab 19. Juni:
Julia
Berlinale-Highlight: Die vor Energie nur
so strotzende Tilda Swinton ist die überragende Figur, die diesem Film Überzeugungskraft verleiht. Als Alkoholikerin Julia ist sie ein animalisches Miststück, das nachts Männer verschlingt und tagsüber im sozialen Abseits steht. Ihren Billigjob verliert sie wegen Unzuverlässigkeit, ihren einzigen Freund Mitch (Saul Rubinek) vergrault sie. Dann engagiert die mexikanische Nachbarin sie als Fahrerin, weil sie ihren beim Großvater lebenden Sohn entführen möchte. Aber Julia kidnappt den Neunjährigen lieber auf eigene Rechnung – ein schwerer Fehler. Doch am Ende erkennt sie, dass außerhalb ihres egozentrischen Kosmos andere Menschen existieren, für die es sich zu leben lohnt.
Frankreich 2007, 138 Minuten

Ab 19. Juni:
Ein einziger Augenblick
Ein einziger Augenblick, der alles verändert: Dwight Arno (Mark Ruffalo), frisch geschieden, fährt nachts nach einem Baseballspiel mit seinem zehnjährigen Sohn Sam nach Hause. Zu spät realisiert er einen ebenfalls zehnjährigen Jungen, Josh, der am Wegrand steht: Er überfährt ihn und flieht in seiner Panik. Collegeprofessor Ethan Learner (Joaquin Phoenix) muss mitansehen, wie sein Sohn angefahren wird und stirbt. Während Dwight – von sich selbst angewidert – mit sich kämpft, ob er sich der Polizei stellen soll, macht sich Ethan auf die Suche nach dem Mörder. Der Ire Terry George beweist erneut seine Klasse als packender Chronist emotionaler Ausnahmezustände, der die Psychologie von Opfer und Täter aufzuschlüsseln weiß. Dazu tragen die hervorragenden schauspielerischen Qualitäten der Hollywoodstars bei, die in diesem Film versammelt sind.
USA 2007, 102 Minuten

Komödie
Ab 12. Juni:
You Kill Me
Als Variante im Auftragsmörder-Genre ist „You Kill Me“ maßvoll originell, aber Dialogwitz, Atmosphäre und Timing garantieren gute Unterhaltung. Frank
(Sir Ben Kingsley) redet nicht viel, trinkt aber umso mehr. Der Alkoholiker erledigt als Killer die Drecksarbeit für seinen Onkel Roman (Philip Baker Hall), den Chef eines polnischen Ostküsten-Mafiaclans. Zur Erholung schickt ihn Roman nach San Francisco, wo Frank widerwillig zu den Anonymen Alkoholikern geht und in einem Bestattungsunternehmen jobbt. Dort lernt er Tom (Luke Wilson) und die entzückende Laurel (Téa Leoni) kennen und vor allem schätzen.
USA 2007, 92 Minuten

Dokumentation
Ab 19. Juni:
Über Wasser
Ständige Überschwemmungen in Bangladesch, gestrandete Schiffswracks im ausgetrockneten Aralsee in Kasachstan, Kampf ums Wasser in den Slums von Nairobi – Dokumentarfilmer Udo Maurer hat einen spannenden Film über den Umgang der Menschheit mit der lebenswichtigen Ressource gedreht. Dabei ist er vor allem in den Randgebieten unserer Zivilisation auf dramatische Entdeckungen und neue Erkenntnisse gestoßen.
Österreich/Luxemburg 2007, 120 Minuten

DVD-Tipp
„Helmut Newton –Frames from the Edge“, 100 Minuten,Arthaus Art Documentary, circa 20 Euro, Verkaufsstart: 31. Mai 2008. Über den Fachhandel beziehungsweise www.arthaus-musik.com. Foto:Arthaus-Musik
„Helmut Newton –Frames from the Edge“, 100 Minuten,Arthaus Art Documentary, circa 20 Euro, Verkaufsstart: 31. Mai 2008. Über den Fachhandel beziehungsweise www.arthaus-musik.com. Foto:Arthaus-Musik
Bilder aus einem gewagten Leben
Starke Frauen in aufreizenden Posen, souverän, geheimnisvoll – Helmut Newtons Fotografien sind Legende. 1988 besuchte Adrian Maben den Starfotografen in seiner Wahlheimat Monte Carlo und begleitete ihn zu Fotosessions. Dabei gewährte Newton rare Einblicke in sein Privatleben und seine Arbeit. Stars wie Karl Lagerfeld und Catherine Deneuve berichten über die Zusammenarbeit mit Newton, dem aktuell zwei Ausstellungen gewidmet sind: „Helmut Newton – Fotografien“ im Neuen Museum Weserburg/Bremen (31. 5. bis 31. 12.) und „Pigozzi and the Paparazzi“ in der Helmut-Newton-Stiftung/Berlin (7. 6. bis 16. 11.).
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