ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2008Erster Präpandemischer H5n1-Impfstoff

AKTUELL: Akut

Erster Präpandemischer H5n1-Impfstoff

Dtsch Arztebl 2008; 105(23): A-1256 / B-1092 / C-1068

EB

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LNSLNS Die europäische Zulassungsbehörde EMEA hat den präpandemischen Grippeimpfstoff PrepandrixTM zugelassen. Der Impfstoff ist der einzige, der bereits vor dem Ausbruch einer Pandemie eingesetzt werden kann. Der Präpandemieimpfstoff enthält ein neues Adjuvanssystem und ist gegen verschiedene Varianten des H5N1-Vogelgrippevirus wirksam. Einige Regierungen haben bereits Interesse an einer Bevorratung des Impfstoffs bekundet.

Der präpandemische Influenza-Impfstoff wurde mit dem H5N1-Vietnam-Stamm entwickelt und zeigte in Studien eine zusätzliche Wirksamkeit gegen drei weitere Varianten des H5N1-Stamms. Diese Kreuzprotektion ist eine essenzielle Eigenschaft für einen präpandemischen Impfstoff: Er muss es ermöglichen, eine Immunantwort gegen einen noch nicht bekannten Virusstamm in der Bevölkerung aufzubauen. Die Vakzine ist ein adjuvantierter Spaltimpfstoff, bestehend aus dem inaktivierten Antigen des Stamms Influenza A/Vietnam/1194/2004 NIBRG-14 (H5N1) (3,75 µg Hämagglutinin) und einem patentierten Adjuvanssystem von Glaxosmithkline. Er wurde bezüglich Sicherheit, Reaktogenität, Immunogenität und Kreuzprotektion klinisch geprüft.

Zwei Impfungen in drei Wochen
Nach Immunisierung mit dem Vietnam-Impfstoff konnte ein vierfacher Anstieg der neutralisierenden Serumantikörper auch gegen die derzeit in Europa und Afrika kursierenden Vogelgrippevarianten Indonesia, Anhui und Turkey festgestellt werden: 77,1 Prozent der geimpften Personen zeigten eine ausreichende Immunantwort gegen die Variante Indonesia, 75 Prozent gegen Anhui und 85 Prozent gegen Turkey. Die Kreuzprotektion wurde außerdem im Tiermodell bestätigt (100 Prozent Reduktion der Mortalität). Der Impfstoff wurde für Personen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren zugelassen. Die Impfung erfolgt in zwei Dosen, die mit drei Wochen Abstand verimpft werden. Studien bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie älteren Menschen über 60 Jahren laufen bereits.

Influenza H5N1 kann zu schweren Erkrankungen bei Vögeln und Menschen führen. Bisher wurden bei der WHO 382 Infektionen von Menschen in 14 Ländern gemeldet. Davon starben 241 Menschen (63 Prozent). Es wird befürchtet, dass sich das H5N1-Vogelgrippevirus so verändern könnte, dass es sich von Mensch zu Mensch überträgt. In der Bevölkerung besteht bisher in der Regel keine Immunität gegen das H5N1-Virus, sodass dies der Ursprung einer Pandemie sein könnte. EB
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