ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2008Helma Orosz: Junge Ärzte nach Sachsen holen

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Helma Orosz: Junge Ärzte nach Sachsen holen

Dtsch Arztebl 2008; 105(23): A-1291 / B-1115 / C-1091

Hibbeler, Birgit

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Helma Orosz Foto: ddp
Helma Orosz Foto: ddp
Die sächsische Sozialministerin Helma Orosz (55) hat ein Problem: In den kommenden zehn Jahren werden in ihrem Bundesland rund 40 Prozent der Hausärzte in den Ruhestand treten. Mit dem anstehenden Engpass ist Sachsen nicht allein, aber hier hat man eine Strategie entwickelt, die in dieser Form bislang bundesweit einzigartig ist: Bis zu 20 000 Euro sollen Medizinstudierende künftig erhalten, die sich dazu verpflichten, nach Abschluss ihrer Facharztausbildung mindestens vier Jahre in einer unterversorgten Region des Bundeslands zu arbeiten.

Orosz betonte, Sachsen stehe vor der „großen Herausforderung, einem drohenden Mangel an Hausärzten vor allem in ländlichen Regionen erfolgreich entgegenzuwirken“. Die CDU-Politikerin hofft, mit der finanziellen Unterstützung von monatlich 300 bis 600 Euro den Medizinstudierenden die Entscheidung für eine Tätigkeit in Sachsen zu erleichtern. Gefördert werden können Studenten an allen deutschen Universitäten ab dem dritten Studienjahr. Jungmediziner, die ihr Versprechen nicht einhalten, müssen die Unterstützung zurückzahlen. Bis 2014 stehen 2,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kosten tragen die Krankenkassen (60 Prozent), die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (25 Prozent) und das Land (15 Prozent).

Ob das Projekt eine wirksame Maßnahme gegen Ärztemangel auf dem Land ist, muss sich erst noch zeigen. Schon jetzt aber steht fest, dass Orosz sich dem Problem stellt. Ohnehin gilt die Diplom-Verwaltungswirtin als eine Politikerin, die ein offenes Ohr für die Probleme der Ärzteschaft hat. Birgit Hibbeler
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