ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2008Kurzaufenthalt war vollstationäre Behandlung

RECHTSREPORT

Kurzaufenthalt war vollstationäre Behandlung

Dtsch Arztebl 2008; 105(23): A-1306 / B-1126 / C-1002

Berner, Barbara

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Vollstationäre, teilstationäre und ambulante Operationsleistungen in einem Krankenhaus sind anhand der geplanten Aufenthaltsdauer voneinander abzugrenzen. Eine vollstationäre Behandlung im Sinne einer physischen und organisatorischen Eingliederung in das spezifische Versorgungssystem eines Krankenhauses ist dann gegeben, wenn sie sich nach dem Behandlungsplan des Krankenhausarztes in der Vorausschau über mindestens einen Tag und eine Nacht erstreckt. Im Unterschied zur ambulanten und zur vor- und nachstationären Behandlung erfordert auch die teilstationäre Behandlung die Aufnahme in das Krankenhaus. Sie kann nach Auffassung des Bundessozialgerichts nur dann vorliegen, wenn eine zeitliche Begrenzung der Krankenhausbehandlung (Kurzzeit- oder Intervallbehandlung) vorher entsprechend geplant wird.

Im entschiedenen Fall wurde die beklagte Krankenkasse daher verpflichtet, die Leistungen im Rahmen einer eintägigen Krankenhausbehandlung für eine Versicherte als vollstationäre Kosten zu vergüten. Die Frau wurde vom 9. bis 22. Juli 2003 unter anderem wegen einer Spinalstenose im Lumbalbereich in der orthopädischen Fachabteilung stationär behandelt. In der Nacht vom 20. zum 21. Juli 2003 klagte sie über andauernde Brustschmerzen, die sich trotz Medikamentengabe zunächst nicht besserten. Die Patientin wurde deshalb wegen Verdacht auf Herzinfarkt mit einem Notarztwagen in ein weiteres Krankenhaus gebracht und dort am 21. Juli um 1.15 Uhr auf der Intensivstation aufgenommen. Nach diversen Untersuchungen und dem Ausschluss eines Herzinfarkts wurde sie gegen 11.40 Uhr desselben Tages wieder in die Ursprungsklinik zurückgebracht und von dort zwei Tage später entlassen.

Der Kurzaufenthalt im zweiten Krankenhaus erfüllte nach Auffassung des Bundessozialgerichts die Vorgaben für eine vollstationäre Behandlung. (Urteil vom 28. Februar 2007, Az.:
B 3 KR 17/06 R) RA Barbara Berner
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