ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2008Suchtselbsthilfe: Gruppen wollen mehr Suchtkranke erreichen

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Suchtselbsthilfe: Gruppen wollen mehr Suchtkranke erreichen

PP 7, Ausgabe Juni 2008, Seite 245

Bühring, Petra

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Migranten und junge Suchtkranke finden nur selten den Weg in eine Selbsthilfegruppe. Foto: Superbild
Migranten und junge Suchtkranke finden nur selten den Weg in eine Selbsthilfegruppe. Foto: Superbild
Die großen Suchtselbsthilfeverbände wollen für jüngere Suchtkranke und auch für Migranten attraktiver werden. Der Altersdurchschnitt in den bundesweit rund 7 500 Selbsthilfegruppen der fünf großen Verbände (Kreuzbund, Blaues Kreuz in Deutschland, Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche, Guttempler) liegt zwischen 50 und 60 Jahren. „Die Zielgruppen unter 40 Jahren waren immer schwer zu erreichen. Sie haben andere Themen und einen höheren Hilfebedarf“, sagte Wiebke Ahrens, Guttempler, bei einer Pressekonferenz zur Suchtselbsthilfekonferenz Ende April in Berlin.

Dabei sei die Teilnahme an Suchtselbsthilfegruppen sehr wirksam. „Bei dauerhaftem Anschluss an eine Gruppe wurden von 58 000 Befragten nur 13 Prozent rückfällig“, fasste Heinz-Josef Janßen vom Kreuzbund das Ergebnis einer Sta-tistik der fünf Verbände zusammen. Bundesweit nutzte aber nur ein Bruchteil, nämlich 83 000 Menschen, zum größten Teil Alkoholabhängige, die Gruppen. 30 Prozent davon begleiteten als Angehörige ihre suchtkranken Partner.

Auf die größeren Heilungschancen für die Betroffenen, wenn Selbsthilfe und Professionelle miteinander kooperierten, wies Horst Hüllinghorst von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen hin, in der die fünf Verbände organisiert sind. Daneben bieten noch die Anonymen Alkoholiker und Al-Anon Selbsthilfegruppen an. Die Selbsthilfe sei ein eigenständiges Angebot und keine Konkurrenz zu therapeutischen Angeboten. „Der Arzt sollte immer ein Selbsthilfemanual und Adressen von regionalen Gruppen bereithalten“, appellierte er an die Ärzte. PB
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