ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2008Ausbildung: Heilberuf des Kindertherapeuten erhalten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Vorstellung des Konzepts von Herrn Groeger („Direktausbildung“) entspricht an einem – ganz wesentlichen – Punkt nicht dem, was Herr Groeger in seinem Vortrag vertreten hat. Das Konzept von Herrn Groeger sieht vor, dass es ein dreijähriges Bachelorstudium gibt, das abschließen kann mit dem BA of Science in Psychologie oder dem BA of Science/of Arts in verschiedenen pädagogischen Fächern. Der folgende zweijährige Masterstudiengang soll nach diesem Konzept nun nicht (wie es von Frau Bühring referiert wird) zum PP oder zum KJP ausbilden, sondern allgemein mit der Berechtigung zur Approbation abschließen – mit dem Abschluss MA of Science in Psychotherapie/psychologischer Heilkunde. Fraglich bleibt aber, wie für die pädagogischen BA-Absolventen der Zugang zu diesem sichergestellt werden kann. Herr Groeger hat in seinem Vortrag (und auch in der Diskussion auf Nachfrage) nichts dazu gesagt, wo/wie die Spezialisierung für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen stattfinden soll. Nach der Logik seines Konzepts würde diese in den dritten Abschnitt gehören – dort soll nach dem Konzept die Weiterbildung in einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren (alternativ: störungsorientiert) stattfinden, die Möglichkeit zum Erwerb weiterer Fachkunden bestehen sowie die Möglichkeit zur berufsfeldbezogenen Ausrichtung.
Das Konzept von Herrn Groeger wirft die Frage auf, ob der eigenständige Heilberuf des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auch künftig erhalten bleiben soll. Allerdings würde es nach Groegers Konzept auch keinen Psychologischen Psychotherapeuten mehr geben. Diese Frage wird – im Zusammenhang mit dem Forschungsgutachten des BMG – von der Profession intensiv diskutiert. Einigkeit besteht dabei in dem Punkt, dass PP und KJP auf gleichem Niveau ausgebildet sein müssen, zum Beispiel dass – unter den Voraussetzungen der gegenwärtigen Struktur der Ausbildung – ein Masterabschluss in einem geeigneten Masterstudiengang die Eingangsvoraussetzung sein muss. Einigkeit besteht auch, dass eine qualitativ hochwertige psychotherapeutische Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen weiterhin gewährleistet sein muss.
Friederike Wetzorke, Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (bkj), Jasperallee 45, 38102 Braunschweig
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema