ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2008Praxissitze: Künstliche Verknappung
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LNSLNS Es ist zu hoffen, dass sich die Rechtsauffassung des Landessozialgerichts Baden-Württemberg durchsetzt und der Verkauf von Praxen zu völlig unangemessenen Preisen umgehend eingestellt beziehungsweise verhindert wird. Die von den Richterinnen vertretene Pflicht der Zulassungsgremien zur Amtsermittlung bei Zweifeln an der Höhe des (von den Praxisabgebenden geforderten) Verkehrswerts verkennen die Autorinnen als unzulässige Ausweitung auf das Feld des zivilrechtlichen Vertrags. Das verwundert bei der zugrunde liegenden Definition des Verkehrwerts „als Preis, der am Markt zu erzielen ist“ nicht weiter. Vielleicht ist ihnen und vielen psychotherapeutischen Kolleginnen nicht klar, dass zulassungsbeschränkte Gebiete gerade keine Märkte sind und die künstliche Verknappung von (unverkäuflichen) Zulassungen durch Niederlassungssperren die Anbieter in eine oligarchische Position versetzt, die sie zulasten der nachrückenden Bewerberinnen ausnutzen können. Ein solches Vorgehen scheint mir das solidarisch strukturierte System der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung nicht nur zu konterkarieren. P.S. Die Praxis rein privatärztlich tätiger Kolleginnen hätte einen gegen null gehenden Verkaufswert!
Jürgen Thorwart, Psychoanalytiker (in eigener, nicht käuflich erworbener Praxis), Johann-Sebastian-Bach-Weg 9, 82223 Eichenau
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