ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2008Koloskopien: KV-Chef sieht Bayern auf dem richtigen Weg

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Koloskopien: KV-Chef sieht Bayern auf dem richtigen Weg

Dtsch Arztebl 2008; 105(24): A-1311 / B-1131 / C-1107

Maus, Josef

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Axel Munte, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns Foto: KV Bayerns
Axel Munte, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns Foto: KV Bayerns
Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat eine Bilanz der Qualitätssicherung ambulanter Koloskopien nach 245 000 Untersuchungen vorgelegt (siehe dazu die Originalarbeit im medizinisch-wissenschaftlichen Teil dieser Ausgabe). KV-Chef Dr. med. Axel Munte sieht in den umfangreichen Daten eine valide Basis für die Versorgungsforschung und damit die große Chance, durch gezielte Maßnahmen eine Erkrankung – wie in diesem Fall Darmkrebs – frühzeitig zu erkennen und Menschenleben zu retten. Konkret könnte in Bayern aufgrund der Erkenntnisse aus den erhobenen Daten beispielsweise ein strukturiertes und gezieltes Einladungswesen etabliert werden.

Die von Gesundheitspolitikern und Vertretern der Krankenkassen oft geäußerte Befürchtung, mehr Qualität bedeute zugleich einen unkalkulierbaren Kostenanstieg, hält Munte durch das bayerische Koloskopie-Projekt für widerlegt. Etwa acht Prozent der koloskopierenden Ärzte hätten wegen der Einführung verpflichtender Qualitätssicherungsmaßnahmen in den Jahren 2004 und 2005 diese Tätigkeit beendet, die Zahl der Koloskopien sei im selben Zeitraum jedoch annähernd gleich geblieben. Für Munte folgt daraus: Leistungen vermehren sich nicht beliebig, sondern verlagern sich dorthin, wo die höchste Qualität geboten wird.

Hohe Anerkennung erhielten die bayerischen Koloskopie-Ergebnisse Munte zufolge auch beim Gastroenterologenkongress in Washington/ USA. Auch im internationalen Vergleich könnten sich damit die erhobenen Datensätze aus der standardisierten elektronischen Dokumentation aller kurativen und präventiven Koloskopien in Bayern sehen lassen. JM
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