ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2008Kulturkalender: Mythen und virtuelle Räume

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Kulturkalender: Mythen und virtuelle Räume

Dtsch Arztebl 2008; 105(24): A-1342 / B-1158

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Aachen
bis 31. August:
Aquatinta
Die Aquatinta-Technik wurde um 1765 erfunden und von Künstlern wie Goya oder Miró intensiv genutzt. Das innovative drucktechnische Verfahren, das als eine der malerischsten Tiefdrucktechniken gilt, ist Thema der Ausstellung. Sie präsentiert wichtige Blätter der Aquatinta im 18. Jahrhundert. Die Werke stammen aus Frankreich, England, Italien, Spanien und Deutschland.
Suermondt-Ludwig-Museum,
Wilhelmstraße 18, Di.–Fr. 12–18,
Mi. 12–20, Sa./So. 11–18 Uhr

Foto: Maximilian Meisse
Foto: Maximilian Meisse
Berlin
26. Juni bis 5. Oktober:
Babylon. Mythos und Wahrheit
Keine andere Stadt ruft in unseren Köpfen so lebhafte Assoziationen hervor wie das antike Babylon und der Mythos Babel. 50 Kilometer südlich des heutigen Bagdads, war Babylon über Jahrhunderte das kulturelle Zentrum des antiken Nahost-Raums. In einer spektakulären Ausstellung zeichnet das Pergamonmuseum ein Bild der sagenumwobenen Stadt. Das erste Kapitel („Wahrheit“) lenkt mit mehr als 800 Exponaten – Statuen, Reliefs, Weihgaben, Architekturteilen und Schriftzeugnissen – den Blick auf die archäologischen Relikte. Im Zentrum stehen das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße von Babylon – eines der sieben Weltwunder der Antike. Der zweite Teil der Schau („Mythos“) betrachtet Babylon als Metapher für die dunklen Seiten und Urängste der Zivilisation – Unfreiheit und Unterdrückung, Terror und Gewalt, Hybris und Wahn. Hier erleben die Besucher den Mythos vom Aufstieg und Fall Babylons als Stadt der Sünde und der Tyrannei. Um Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden, empfiehlt es sich, Karten vorab per Internet zu reservieren: www.smb.museum/babylonshop.
Pergamonmuseum, Am Kupfergraben 5, So.–Mi. 9–18, Do.–Sa. 9–22 Uhr

Bielefeld
bis 10. August:
Richard Hamilton. Virtuelle Räume
Richard Hamilton, 1922 in London geboren und Begründer der britischen Pop-Art, ist der erste Künstler, der sich kontinuierlich mit der Mechanisierung und Digitalisierung von Bildern beschäftigte. Bereits 1949 zerlegte er seine Motive, um ausgehend von Marcel Duchamps „Akt, eine Treppe herabsteigend“ die Frage zu stellen, wie sich ein Gegenstand bei Bewegung verändert. Seit es Computer gibt, greift Hamilton auf die modernste Hard- und Software zurück, um seine Bilder digital zu generieren und zu verändern. Anhand von rund 100 Exponaten präsentiert die Kunsthalle Bielefeld Hamiltons Schaffen der vergangenen 20 Jahre. Darunter befinden sich die Serie „Painting by Numbers“ (1994 bis 2005) sowie die Bilderfolge „A Host of Angels“ (1993 bis 2007) für die Biennale in Venedig 2007, die der Ästhetik der Renaissancemalerei huldigt.
Kunsthalle, Artur-Ladebeck-Straße 5, Di./Do./Fr./So. 11–18, Sa. 10–18,
Mi. 11–21 Uhr

Bremen
29. Juni bis 6. Oktober:
Über das Wasser –
Gustave Caillebotte
Als herausragender Sammler impressionistischer Gemälde und als Mäzen seiner Künstlerfreunde Monet, Renoir und Pissarro ist Gustave Caillebotte (1848–1894) einerseits bekannt. Der französische Impressionist war aber auch ein bedeutender Maler, den ein Thema besonders inspirierte: das Wasser. Fasziniert von Lichtreflexen und der bewegten Oberfläche, malte er glitzernde Wellen, Segelboote und das Leben an der See. In der Werkschau sind rund 50 Exponate zu sehen.
Kunsthalle, Am Wall 207, Mi.–So. 10–17, Di. 10–21 Uhr

München
12. Juni bis 21. September:
In Sand gezeichnet – nicht realisierte Entwürfe von Alvar Aalto
Die nicht realisierten Werke eines Architekten veranschaulichen oft deutlicher als der verwirklichte Bau die genuinen Grundideen eines Entwurfs. Die Handzeichnungen von Alvar Aalto, einem der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts, sind darüber hinaus von höchster künstlerischer Qualität. Der geniale Zeichner meinte einmal: „Gott schuf Papier, um Architektur darauf zu zeichnen.“ Davon legen rund 120 Zeichnungen und 18 Modelle aus 50 Jahren Zeugnis ab.
Pinakothek der Moderne, Di.–So. 10–18, Do. 10–20 Uhr

Foto: Stadtmuseum Jena
Foto: Stadtmuseum Jena
Der besondere Tipp
Preziosen der Geburtshilfe, Anatomie, Neurologie
Die Universitätsstadt Jena ist bis heute geprägt durch das Renommee ihrer Medizinischen Fakultät. Herausragende Objekte aus den medizinhistorischen Sammlungen der Fakultät und bibliophile medizinische Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts werden bis zum 3. August zusammen vorgestellt. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Entwicklungen der Geburtshilfe, der Anatomie und Neurologie sowie die über Jahrhunderte entstandenen Sammlungen einzelner Mediziner in Jena. Im Bild ist das Accouchierhaus am Fürstengraben im Jahr 1779 zu sehen, ein für das 18. Jahrhundert typischer Vorläufer der heutigen Entbindungskliniken.

„Schätze der Medizinischen Fakultät in Jena“: Stadtmuseum & Kunstsammlung Jena, Markt 7, 07743
Jena, Di./Mi.Fr. 10–17, Do. 14–22, Sa./So. 11–18 Uhr
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