ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2008Randnotiz: Grün kommt – Grün geht

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Randnotiz: Grün kommt – Grün geht

Dtsch Arztebl 2008; 105(25): A-1361 / B-1177 / C-1145

Rieser, Sabine

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LNSLNS Einen Brief von den Nachbarn bekommt man selten. Jüngst kam einer von der Heinrich-Böll-Stiftung, die den Grünen nahesteht. Darin war zu lesen, was alle Nachbarn täglich sehen: dass ihr Neubau in Berlin-Mitte zwischen Friedrichstadtpalast und Charité demnächst fertig sein wird. Ein Garten oder eine Umzäunung seien nicht vorgesehen, „somit steht die gleiche Fläche als öffentliche Grünanlage zur Verfügung wie bisher“.

Gleiche Fläche? Wo vorher eine kleine Grünanlage war, steht jetzt ein großes Haus. Ob vielleicht ein Unbekannter zuvor einen Aushang am Rohbau gemacht hatte, etwa mit dem Text: „Liebe grüne Böll-Stiftung, wir haben hier nix gegen neue Nachbarn. Aber dass du ökologisch bemühter Verein die letzte kleine grüne Lunge in der Straße bebaust, obwohl wahrlich genug Bürohäuser leer stehen, finden wir doof“.

Manche können allerdings gar nicht genug von leer stehenden Bürobauten bekommen. Neben der Böll-Stiftung wird bestimmt auch bald einer hochgezogen und liegt dann verwaist da. Das Grundstück ist verkauft. Die graue, etwas gammelige Mensa-Nord darauf verbringt hier ihre letzten Wochen und wirft unverdrossen Tag um Tag rund 2 500 Essen aus. „Bei Studenten äußerst beliebt, genießt fast Kultcharakter“, schrieb die „Morgenpost“ . Auch Büromenschen kehren gern ein und essen, wenn die Sonne scheint, in der Grünanlage.

Doch nun entsteht eine neue Mensa im alten Waschhaus der Charité. Vielleicht bringt das zumindest Ärzten etwas. Denn wie lautete unlängst eine Internetempfehlung zur Mensa-Nord? „Wenn man einen Mediziner kennenlernen will, ist man hier richtig. Denn die sind die Hauptklientel.“
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