ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2008Unfallversicherung: Unfallrisiko am Arbeitsplatz weiter gesunken

BERUF

Unfallversicherung: Unfallrisiko am Arbeitsplatz weiter gesunken

Dtsch Arztebl 2008; 105(26): [110]

Ley

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LNSLNS Das Engagement von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für mehr Prävention zeigt Wirkung.

Das Unfallrisiko am Arbeitsplatz ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Mitte Juni in Berlin vorstellte. Das Unfallrisiko am Arbeitsplatz sank demnach 2007 um 0,2 Prozent. Es ereigneten sich 26,8 Unfälle pro 1 000 Vollarbeiter. Im Vorjahr waren es noch 27 Unfälle.

Trotz des geringeren Unfallrisikos stieg die Zahl der Arbeitsunfälle um 1,2 Prozent auf 959 714. Dies hängt der DGUV zufolge mit der guten Konjunkturlage und mit der damit verbundenen verlängerten Arbeitszeit zusammen. „Im vergangenen Jahr hat die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 2,5 Prozent auf 57 Milliarden Stunden zugenommen. Wenn so viel mehr gearbeitet wird, passiert absolut gesehen auch mehr, obwohl das Risiko abnimmt“, erläuterte DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. Ursache für das geringere Unfallrisiko sei das anhaltende Engagement von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die Prävention.

Die gute Konjunktur sorgte auch für eine Beitragssatzsenkung der Unfallversicherungen um 1,28 Prozent. Die Zahl der Arbeitsunfallrenten sank 2007 von 18 639 auf 17 171 im Vergleich zum Vorjahr. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle. Sie sank von 711 auf 621. Auch die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle verringerte sich um 14,43 Prozent auf 167 067.

Bei der Vorstellung der Zahlen kritisierte DGUV-Chef Breuer das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung, über das der Bundestag derzeit berät. Er betonte, dass die neuen Meldepflichten, die das Gesetz dem Arbeitgeber auferlege, mit hohen Zusatzkosten verbunden seien. Das führe zu mehr Bürokratie. Breuer: „Es braucht jetzt nur den politischen Willen, eine fatale Fehlentscheidung im letzten Moment abzuwenden.“ Ley
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