ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2008Honorarreform: Spitzenverband kritisiert Forderung der KBV

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Honorarreform: Spitzenverband kritisiert Forderung der KBV

Dtsch Arztebl 2008; 105(26): A-1419 / B-1227 / C-1195

Hillienhof, Arne; Rieser, Sabine

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LNSLNS „Die Umsetzung der Honorarreform bietet gute finanzielle Chancen für die Ärzte.“ Diese Auffassung hat Dr. med. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland vertreten. Zwischenzeitlich sei es gelungen, die meisten Gesundheitspolitiker davon zu überzeugen, dass sie ihr Versprechen, mehr Geld für Vertragsärzte und -psychotherapeuten zur Verfügung zu stellen, einhalten müssten. Er sei zuversichtlich, dass die Leistungen ab 2009 spürbar besser vergütet würden.

Nach wie vor kritisch werden die Forderungen von den Krankenkassen beurteilt. „Für die Honorierung der niedergelassenen Ärzte steht in Deutschland genug Geld zur Verfügung“, sagte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des neuen Spitzenverbands Bund der Krankenkassen dem Deutschen Ärzteblatt. Ein Honorarzuwachs ließe sich nur „für zusätzliche und bessere Leistungen“ vertreten.

Die Kassen befürchten, dass sich die gesetzlich vorgeschriebene Berücksichtigung der Versichertenmorbidität honorarsteigernd auswirken könnte, ohne dass sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung tatsächlich veschlechtere. Von Stackelberg wies auf die Folgen sogenannter Right- und Upcodings hin: Statistisch gesehen würde demnach die Morbidität schon zunehmen, wenn Ärzte in Zukunft exakt dokumentierten, welche Leistungen sie für Patienten erbrachten (Rightcoding). Die Aussicht auf mehr Honorar für kränkere Versicherte verführe dann dazu, mehr als nötig zu tun und zu dokumentieren. Deshalb forderte von Stackelberg, den Zeitraum, in dem die Veränderung der Morbiditätsrate geschätzt wird, von einem auf vier Jahre zu verlängern. hil, Rie
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