ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2008Honorarstreit um Vorsorgeuntersuchung

MEDIZINREPORT

Honorarstreit um Vorsorgeuntersuchung

Dtsch Arztebl 2008; 105(26): A-1438 / B-1242 / C-1210

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Unstrittig ist, dass das Hautkrebs-Screening für Versicherte der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ab dem 35. Lebensjahr pünktlich am 1. Juli in Kraft treten wird. Strittig hingegen ist noch, wie die Untersuchung vergütet wird, da zwischen Hausärzten und Dermatologen unterschiedliche Interessen hinsichtlich der Honorierung bestehen. Streitpunkte sind Arbeitsaufwand und Letztverantwortung für die Diagnosestellung.

Das Screening erfordert die eingehende Inspektion der gesamten Körperoberfläche einschließlich der Körperfalten, der sichtbaren Schleimhäute und der behaarten Stellen. Hinzu kommen die Beratung des Patienten und die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse, im Verdachtsfall auch die Entscheidung über Probeexzisionen. Pro Untersuchung gehen die Dermatologen von einem Zeitaufwand von durchschnittlich 20 Minuten aus, was eine Bewertung von 780 Punkten erfordert. Bei Hausärzten hingegen könnte die Untersuchung in den Check-up integriert werden, der ohnehin eine orientierende Untersuchung vorsieht. Der Zeitaufwand des Hausarztes dürfte nach Ansicht der Dermatologen daher geringer sein.

Eigentlich sollte die Leistung bis zum 1. Juli in den EBM aufgenommen worden sein. Noch ist im Bewertungsausschuss keine Einigung zur Honorierung der Ärzte für das Hautkrebs-Screening erzielt worden. Dennoch können die Versicherten die neue Leistung auch ohne Einigung der Fachgruppen in Anspruch nehmen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung kann dem Patienten eine Rechnung auf GOÄ-Basis gestellt werden, der Patient hat dann einen Erstattungsanspruch bei seiner Krankenkasse. Im Gespräch ist ein Betrag zwischen 20 bis 40 Euro. zyl

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