ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2008Körperschaften: Auf der Suche nach echten Alternativen

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Körperschaften: Auf der Suche nach echten Alternativen

Dtsch Arztebl 2008; 105(26): A-1447 / B-1250 / C-1218

Böge, Klaus

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. . . Der Autor Heinz Stüwe missversteht einfache Zusammenhänge:
1. Wenn große Mengen an Gütern und Dienstleistungen nachgefragt werden, steigen normalerweise die Preise, anstatt zu sinken! Der von Herrn Stüwe angesprochene Skaleneffekt der großen Zahl bezieht sich auf industriell hergestellte und einfach zu standardisierende Produkte, nicht aber auf individuell angepasste und vom Leistungsträger persönlich erbrachte ärztliche Tätigkeit.

2. Wenn die Kassen (politisch protegiert) ein Nachfragemonopol gründen dürfen, haben sie einen Vorteil vor der kleinteilig organisierten Ärzteschaft. Diese Zersplitterung wird nach dem Prinzip divide et impera natürlich von Kassen und Politik vorangetrieben, damit die Ärzteschaft die eigenen Preisvorstellungen nicht durchsetzen kann. Aber genau das ist ja der Punkt des Systemausstiegs: Den Kassenmonopolisten umgehen und einen fairen Preis auf dem Boden einer transparenten Gebührenordnung direkt mit dem Patienten vereinbaren. Wenigstens sollte die KV selbst Marktmacht entwickeln, um zur Not auch ein Preisdiktat der Kassen abzulehnen und auch einmal keinen Vertrag mit dem Nachfragemonopol zu schließen.

Hier setzt die ärztliche Fremdverwaltung ein. Die KVen sind gesetzlich daran gehindert, die Interessen der Ärzte wirkungsvoll wahrzunehmen. Damit haben sie die Schlüsselfunktion einer echten Interessenvertretung der Ärzteschaft verloren. Ärzte sind zu Bittstellern im Gesundheitssystem degradiert. Das führt zu einer Ent-„Täuschung“ und zu einer Suche nach echten Alternativen . . .
Dr. Klaus Böge, Bahnhofstraße 19 A, 33803 Steinhagen
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