ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2008Qualitätssicherung: Falsche Begriffe
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Der Artikel von Herrn Prof. Ewig und der Fachgruppe „Ambulant erworbene Pneumonie“ der Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung ist äußerst begrüßenswert, da er die Behandlung einer ambulant erworbenen Pneumonie durchaus differenziert nach klinischer Situation betrachtet und es unterstreicht, dass eine Pneumonie durchaus auch als „old man’s friend“ Todesursache sein darf. Zu kritisieren ist jedoch der mehrfach verwendete Begriff „Therapiebegrenzung“ oder die Überschrift „Behandeln oder nicht?“ Auch in einer palliativmedizinischen Situation, in der das Sterben zugelassen werden darf, darf eine „Therapie“ nie „begrenzt“ werden oder ein Patient nicht mehr „behandelt“ werden. Auch bis zum Schluss verlangt es die Palliativmedizin, eine symptomorientierte Therapie oder Behandlung durchzuführen. Es geht, wie im Artikel erwähnt, selbstverständlich immer um Therapieziele und gegebenenfalls eine Veränderung der Methoden. Aber auch die Verwendung von Antibiotika bei einer Pneumonie in der Palliativsituation kann durchaus indiziert sein, wenn dies der Symptomlinderung dient. Auch hier wiederum muss klinisch sehr differenziert gedacht werden. Nie im Laufe einer Erkrankung darf also eine „Therapiebegrenzung“ oder „Nicht-behandlung“ stattfinden. Die Verwendung dieser Begriffe sollte obsolet sein, da sie vor allem auch ein falsches Signal an die betroffenen Patienten und Angehörigen sendet.

Prof. Dr. med. Raymond Voltz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Klinikum der Universität zu Köln, Kerpener Straße 62, 50937 Köln
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