ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2008Renate Hartwig: Ärzteversteherin und Publikumsmagnet

PERSONALIEN

Renate Hartwig: Ärzteversteherin und Publikumsmagnet

Dtsch Arztebl 2008; 105(26): A-1453 / B-1255 / C-1223

Merten, Martina

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Renate Hartwig Foto:dpa
Renate Hartwig Foto:dpa
Als „Ärzteversteherin“ bezeichnet zu werden, sei der geringste Vorwurf, dem sie sich ausgesetzt sehe, sagt Renate Hartwig. Schließlich ist die Publizistin und Autorin Schelte gewohnt. Seit die gelernte Sozialarbeiterin (60) mit ihrem 1994 erschienenen Bestseller „Scientology – Ich klage an“ auf Konfrontationskurs gegen die Organisation ging und eigenen Angaben zufolge Rufmordkampagnen überwinden muss-te, hat sie sich ein dickes Fell zugelegt. Das wird sie erneut brauchen. Denn mit ihrem jüngsten Projekt – dem Buch „Der verkaufte Patient“ – rechnet die dreifache Mutter mit (fast) allen Akteuren im Gesundheitswesen ab. Nur Ärzte und Patienten bleiben verschont.

Hartwig hält Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen und Politiker für eine Art „Gesundheitsmafia“, die dem System den Geldhahn zudreht und es mit bürokratischen Vorschriften bombadiert. „Die Gesundheitsmafia will, dass unsere Ärzte das Handtuch werfen“, behauptete die gebürtige Lindauerin jüngst vor 25 000 Menschen im Münchner Olympiastadion. Sie alle waren trotz schlechten Wetters gekommen, um Hartwigs Initiative für einen „Patienten-Aufstand“ gegen die Gesundheitsreform (www.patient-informiert-sich.de) zu unterstützen (dazu DÄ, Heft 24/2008).
Die prominente Autorin will mit ihrem Appell aufrütteln und zur Diskussion anregen. „Aus einer Bürgerinitiative soll eine Bürgerbewegung werden“, unterstrich Hartwig bei ihrer Buchvorstellung in Berlin. Das könnte ihr gelingen. Denn Hartwig hat die Energie, Menschen von einer Sache zu begeistern – zumindest in Bayern. Martina Merten
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema