ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2008Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2008; 105(26): A-1456

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LNSLNS Ein Selbstfindungsprozess und zahlreiche Morde – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama
Ab 26. Juni:
XXY
Foto:Kool Filmdistribution
Foto:Kool Filmdistribution
Etwa jedes 2 000. männliche Neugeborene trägt das XXY-Chromosom und entwickelt beide Geschlechter aus – das sogenannte Klinefelter-Syndrom. Meist wird schon früh medizinisch eingegriffen. Das haben aber die Eltern der inzwischen 15-jährigen Alex verweigert, die sich neben den üblichen pubertären Problemen auch noch mit ihrem Anderssein herumschlagen muss. Um dem Tratsch der Nachbarn zu entgehen, zieht die Familie von Buenos Aires an die wilde entlegene Küste Uruguays. Als ein Chirurg auf Einladung der Mutter zu Besuch kommt und die Frage der Operation aufkommt, steht Alex vor einer existenziellen Entscheidung. Die Argentinierin Lucía Puenzo führt diesen Selbstfindungsprozess – hervorragend in der Titelrolle die androgyne Inés Efron (Bild) – in ihrem subtilen Regiedebüt vor. Der Film erhielt 2008 einen „Goya“ und war für den Auslandsoscar nominiert.
Spanien/Frankreich/Argentinien 2007, 86 Minuten

Ab 10. Juli:
Married Life
Der gut situierte Geschäftsmann Harry hat ein Problem: Er liebt seine Frau Pat nicht mehr und hat eine Affäre mit der jüngeren attraktiven Kriegswitwe Kay.
Da er diese aber nicht auf Dauer zur Geliebten haben und gleichzeitig seiner Frau den Trennungsschmerz ersparen will, kommt er auf die groteske Idee,
Pat umzubringen. Allerdings stellt er sich dabei recht dilettantisch an. Er vertraut sich zudem seinem besten Freund Richard an, der es wiederum auf Kay abgesehen hat. Ex-Bond Pierce Brosnan gibt eine selbstironische Galavorstellung als Frauenheld Richard. Die schräge Mischung aus Krimi, Drama und Komödie schlägt dabei mal ernste bis melodramatische, mal komische bis satirische Töne an.
USA/Kanada 2007, 90 Minuten

Thriller/Science-Fiction
Ab 17. Juli:
Unter Kontrolle
Als Autorin wie auch als Regisseurin dieses brutalen Thrillers versucht Jennifer Chambers Lynch, in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters David zu steigen. Nachdem mitten im amerikanischen Nirgendwo ein grausamer Mord geschah, schickt das FBI mit den Agenten Anderson (Julia Ormond) und Hallaway (Bill Pullman) zwei Ermittler an den Ort des Geschehens. Im Büro von Captain Billings (Michael Ironside) müssen sie völlig widersprüchliche Zeugenaussagen gegeneinander abwägen. Das leistet einem schwarz-humorigen, surrealen Mordpuzzle Vorschub, das von schrägen Typen und starken Stilismen lebt.
Deutschland/USA 2008, 93 Minuten

Ab 24. Juli:
Akte X – Jenseits der Wahrheit
Scully und Mulder sind wieder da: Zehn Jahre nach ihrem ersten Kinoausflug und sechs Jahre nach Ende der erfolgreichen amerikanischen TV-Serie hält Regisseur Chris Cater einen neuen Fall für seine beiden erfolgreichen FBI-Agenten Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) bereit. Eine Gruppe von Frauen verschwindet spurlos in den verschneiten Hügeln von Virginia – nur grotesk verstreute menschliche Überreste deuten auf ein Verbrechen hin. Verzweifelt folgt die Polizei den bizarren Visionen eines gefallenen Priesters und stößt auf ein geheimes medizinisches Experiment, das mit dem Verschwinden der Frauen zu tun haben könnte.
USA 2008, 105 Minuten

Komödie
Ab 3. Juli:
Happy Go Lucky
Ein Mensch, der fröhlich lachend auf hochhackigen Stiefeln durchs Leben trabt, gehört zu den Berlinale-Raritäten. Dass ausgerechnet der sonst so tiefgründige Sozialfilmer Mike Leigh („Vera Drake“, „Naked“) dieses Wunder vollbrachte, erstaunt umso mehr. Sally Hawkins ist die mit dem Silbernen Bären ausgezeichnete Protagonistin dieser leichtfüßigen Komödie: Pauline, genannt Poppy, Grundschullehrerin im Norden Londons, teilt seit mehr als zehn Jahren mit einer Freundin die Wohnung und trinkt gern ein Gläschen zu viel. Ihre gute Laune lässt sie sich niemals verderben, auch nicht von ihrem griesgrämigen Fahrlehrer. Er ist das genaue Gegenteil von ihr, verliebt sich aber in sie.
Großbritannien 2008, 118 Minuten

DVD-Tipp
Brian Greene:„Das elegante Universum“,circa 160 Min.,Sprachen:Deutsch und Englisch,Polyband,circa 20 Euro,Verkaufsstart:27. Juni2008.Bezug über den Fachhandel.
Brian Greene:„Das elegante Universum“,circa 160 Min.,Sprachen:Deutsch und Englisch,Polyband,circa 20 Euro,Verkaufsstart:27. Juni2008.Bezug über den Fachhandel.
Kosmische Symphonie
„Keiner wirbt schöner für die Weltformel als Brian
Greene“, urteilte „Die Zeit“. Der amerikanische
Physik-Professor und Bestsellerautor („Der Stoff,
aus dem der Kosmos ist“) stellt in zweieinhalb Stunden die lang gesuchte „Theorie von Allem“ vor, die Wissenschaftler jetzt gefunden haben wollen: die String-Theorie. Danach ist alles auf unserer Erde, von den kleinsten Atomen bis zu den entferntesten Galaxien, aufgebaut aus unvorstellbar kleinen schwingenden Fäden aus purer Energie, den Strings. Und es sind die unterschiedlichen Schwingungen dieser Strings, die alle Materie und alle Energien bestimmen – das Universum als grandiose kosmische Symphonie.

Brian Greene:
„Das elegante Universum“,
circa 160 Min., Sprachen: Deutsch und Englisch,
Polyband, circa 20 Euro, Verkaufsstart: 27. Juni 2008. Bezug über den Fachhandel.
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