ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2008Strahlenschutz in der diagnostischen Radiologie: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Strahlenschutz in der diagnostischen Radiologie: Schlusswort

Radiation Protection in Diagnostic Radiology: In Reply

Dtsch Arztebl 2008; 105(27): 499; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0499b

Zeeb, Hajo

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LNSLNS Die Übersicht über typische effektive Strahlendosen der verschiedenen Untersuchungen ist nicht vollständig und kann daher nur zur Orientierung dienen; gerade für interventionelle Verfahren wird es aber oft schwierig sein, „typische“ Dosen zu benennen. Bezüglich der attributablen Risiken ist anzufügen, dass Berrington de González und Darby (1) Risiken nur bis zu einem Alter von 75 Jahren kumulieren, und somit Risikodaten älterer Menschen in diese Abschätzungen nicht eingehen. Ebensowenig liegt eine systematische Nutzenabwägung der Anwendung ionisierender Strahlen in der Diagnostik in Abhängigkeit vom Lebensalter der Patienten vor. Kenntnisse sowohl über Dosis- wie über Risikodimensionen im Zusammenhang mit der Röntgen- und nuklearmedizinischen Diagnostik sind aber zweifellos für die angesprochene intensive Kommunikation zwischen Zuweisern und fachkundigen Kollegen bedeutsam.

Herr Bockisch und Herr Laniado haben mehrere Passagen in unserem Manuskript kritisiert, die unscharf formuliert waren. Wir danken für diese Hinweise. Besonders zu betonen ist das Gewicht der rechtfertigenden Indikation, die vom Fachkundigen Arzt gestellt werden muss. Eine erhebliche Variation der Strahlenexposition für vergleichbare Untersuchungen – wenn auch nicht um mehrere Größenordnungen wie von uns formuliert – ist auch heute vermutlich nicht auszuschließen (2). Deterministische Schäden können wie von den Leserbriefautoren dargestellt in der Tat nur bei nicht ordnungsgemäßer Diagnostik auftreten, wenn Schwellenwerte überschritten werden. Für stochastische Schäden wie etwa Krebserkrankungen ist wiederum kein Schwellenwert beschrieben, wobei sich Wirkungen niedriger Dosen bisher einem direkten wissenschaftlichen Nachweis entziehen.
DOI: 10.3238/arztebl.2008.0499b

Prof. Dr. med. Hajo Zeeb
AG Epidemiologie
Institut für Medizinische Biometrie
Epidemiologie und Informatik
Johannes Gutenberg-Univeristät
Obere Zahlbacher Straße 69, 55131 Mainz

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Berrington de González A, Darby S: Risk of cancer from diagnostic X-rays: estimates for the UK and 14 other countries. Lancet 2004; 363: 345–51. MEDLINE
2.
Wall BF, Hart D: Revised radiation doses for typical X-ray examinations. Report on a recent review of doses to patients from medical X-ray examinations in the UK by NRPB. National Radiological Protection Board. Br J Radiol 1997; 70: 437–9. MEDLINE
1. Berrington de González A, Darby S: Risk of cancer from diagnostic X-rays: estimates for the UK and 14 other countries. Lancet 2004; 363: 345–51. MEDLINE
2. Wall BF, Hart D: Revised radiation doses for typical X-ray examinations. Report on a recent review of doses to patients from medical X-ray examinations in the UK by NRPB. National Radiological Protection Board. Br J Radiol 1997; 70: 437–9. MEDLINE

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