ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2008Gesundheitsberufe: Mobilität von Fachkräften in der EU steigt

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Gesundheitsberufe: Mobilität von Fachkräften in der EU steigt

Dtsch Arztebl 2008; 105(27): A-1478

Spielberg, Petra

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Viele Ärzte aus Osteuropa wandern Richtung Westen ab. Foto: ddp
Viele Ärzte aus Osteuropa wandern Richtung Westen ab. Foto: ddp
Die Erweiterung der Europäischen Union (EU) im Mai 2004 und Januar 2007 um insgesamt zwölf Staaten hat die Abwanderung von Ärzten und Krankenpflegepersonal ins europäische Ausland verstärkt. In Großbritannien beispielsweise stieg die Zahl der aus dem Ausland stammenden Krankenhausärzte zwischen Juli 2004 und März 2007 um 585, die der Krankenschwestern um 1 030. Die meisten Auswanderer kommen aus den osteuropäischen und baltischen Staaten. So haben allein zwischen Mai 2004 und Juni 2006 rund 5 000 polnische Ärzte ihre Heimat verlassen. Das entspricht 4,3 Prozent der aktiv Beschäftigten. In Estland hatten bis April 2006 4,4 Prozent aller Fachkräfte im Gesundheitswesen einen Antrag auf Auswanderung gestellt; 61 Prozent davon Ärzte.

Dies geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Die Studie ist der Frage nachgegangen, wie sich der vielerorts bestehende Bedarf an Fachkräften im Gesundheitswesen dauerhaft sichern lässt. Auch ging es darum, Anregungen zu liefern, wie sich der weltweite Im- und Export von Ärzten und Krankenpflegepersonal am sinnvollsten steuern lässt. Die Studie soll der Europäischen Kommission als Grundlage für geplante EU-weite Maßnahmen zur Steuerung des Fachkräftebedarfs im Gesundheitswesen dienen.

Fast allen OECD-Staaten, so ein weiteres Ergebnis, mangelt es an ärztlichem und pflegerischem Nachwuchs. Wirtschaftlich aufstrebende Staaten wie China hingegen verzeichneten einen Überschuss. Die Migration von Personal aus dem Gesundheitswesen berge auch Risiken sowohl für die Heimat- als auch für die Gastländer. Staaten mit hohen Abwanderungsquoten liefen Gefahr eines Braindrains. Länder mit einem großen Bedarf an Fachkräften wiederum könnten nicht davon ausgehen, dass sie ihre Versorgungslücken dauerhaft mit Personal aus dem Ausland schließen können, so die Autoren. ps
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