ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2008Kinder- und Jugendärzte: Zweiklassenmedizin bereits bei Kindern

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Kinder- und Jugendärzte: Zweiklassenmedizin bereits bei Kindern

Richter-Kuhlmann, Eva

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Privat krankenversicherte Kinder haben in der Regel Anspruch auf jährliche Vorsorgeuntersuchungen. Foto: ddp
Privat krankenversicherte Kinder haben in der Regel Anspruch auf jährliche Vorsorgeuntersuchungen. Foto: ddp
Eine umgehende Beendigung der Zweiklassenmedizin bei der Kindervorsorge fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Während Privatversicherte einen Anspruch auf jährliche Vorsorgeuntersuchungen hätten, bestünden bei gesetzlich versicherten Kindern im wichtigen dritten Lebensjahr und zwischen dem sechsten und zehnten Lebensjahr Versorgungslücken, kritisierte Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ, anlässlich des 38. Kinder- und Jugendärztetages des BVKJ Ende Juni in Berlin.

Die neu beschlossene U7a wird vom BVKJ grundsätzlich zwar begrüßt, die Inhalte seien jedoch enttäuschend. Die Vorschläge des BVKJ zur Primärprävention seien vom Gemeinsamen Bundesausschuss ignoriert worden. Kindesmisshandlung und -vernachlässigung könne in der Folge ebenso unzureichend erfasst werden wie bisher.

Hartmann warnte ferner vor einer medizinischen Unterversorgung von Kindern aus sozialen Randgruppen. Durch die anhaltende Unterfinanzierung ärztlicher Leistungen im System der gesetzlichen Krankenversicherung sei eine solche Entwicklung in ärmeren Wohnvierteln bereits zu beobachten. Kollegen seien immer weniger bereit, sich dort niederzulassen.

Auch die Nichterstattung der Kosten für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel bei Jugendlichen ab dem zwölften Lebensjahr führe zu einer schlechteren Versorgung ärmerer Bevölkerungsgruppen, betonte Hartmann. Die Politik forderte er auf, nicht nur über Kinderarmut zu sprechen, sondern in einem jährlichen Bericht darzulegen, was sie dagegen unternommen hat. ER

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