ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2008Hochschulen: Kritik nicht belegt
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In dem Kommentar stellt Prof. von Wichert Behauptungen auf, für die er keinerlei Belege erbringt bzw. erbringen kann. Er fürchtet, dass die Wissenschaftlichkeit des Medizinstudiums durch die neue Approbationsordnung und die Einführung von Modellstudiengängen verloren geht. Dabei scheint der Autor ein spezielles Verständnis von Wissenschaft zu haben, das sich dem Leser nicht erschließt und das leider nicht erläutert wird. So wird z. B. gefordert, dass „die wissenschaftliche, systematische Ausbildung der Studierenden absolute Priorität haben muss“ . . . Es ist jedoch nirgendwo belegt, dass eine traditionelle sogenannte wissenschaftlich-systematische Ausbildung zu besseren Ärzten führt. Auch dass an deutschen Fakultäten in Modellstudiengängen „ausschließlich Kleingruppenunterricht, zumeist nicht von Hochschullehrern durchgeführt“ bzw. angestrebt wird, entspricht nicht der Realität. Warum nimmt der Autor an, dass Kleingruppenunterricht keine fundierte Lehre beinhaltet und dass von Hochschullehrern durchgeführte Lehre immer wissenschaftlich und systematisch ist? Kleingruppenunterricht ist kein Selbstzweck; verschiedene Lehr- und Lernmethoden erfüllen unterschiedliche Ziele und sollten dementsprechend eingesetzt werden. Außerdem wird der Eindruck erweckt, dass es jemals möglich gewesen wäre, dass Studierende der Medizin jede Krankheit im Studium kennengelernt haben. Tatsächlich dient die detaillierte Auseinandersetzung und Kenntnis häufiger und gefährlicher Erkrankungen eben genau der Sicherheit der Patienten. Zusätzlich ermöglicht das exemplarische Lernen den Absolventen im späteren Berufsleben die Übertragung des Gelernten in der Auseinandersetzung mit unbekannten Symptomen und Krankheitsbildern . . .
Für die Verfasser:
Dipl.-Psych. Simone Scheffer,
AG Reformstudiengang Medizin & Assessment-Bereich, Charité – Universitätsmedizin Berlin, CCM, Charitéplatz 1, 10117 Berlin

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