ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1997Zuzahlungen: Richtigstellung

SPEKTRUM: Leserbriefe

Zuzahlungen: Richtigstellung

Pieck, Johannes

Zu dem Beitrag "Erhöhte Zuzahlungen treffen Patienten" von Dr. Harald Clade in Heft 14/1997
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LNSLNS In Ihrer Veröffentlichung zu dem Entwurf des Zweiten Gesetzes zur Neuordnung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung wurde die Feststellung getroffen, daß nach der beabsichtigten Gesetzesänderung bei einem großen Teil preisgünstiger Arzneimittel der vom Patienten zu leistende Zuzahlungsbetrag höher sei, als das Medikament tatsächlich kostet. Dann sei es günstiger, daß der Versicherte den vollen Betrag in der Apotheke selbst bezahlt und der Arzt auf Privatrezept verordnet, um so das Verordnungsvolumen zu entlasten.
Diese Aussage ist nicht zutreffend. Es verbleibt nach den vorliegenden Gesetzentwürfen auch nach der gesetzlichen Neuregelung bei der bisherigen, für alle Zuzahlungen im Arzneimittelbereich geltenden Bestimmung des Paragraphen 31 Abs. 3 Satz 1 SGB V, wonach die Zuzahlung jeweils nicht mehr als die Kosten des Mittels beträgt. Der vom Patienten zu leistende Zuzahlungsbetrag ist deshalb in keinem Fall höher als der Preis des Arzneimittels. Der Versicherte hätte daher keinen Vorteil, wenn er statt des Zuzahlungsbetrages den Preis des Arzneimittels unter Vorlage eines Privatrezeptes selbst bezahlt.
Auch der Arzt erzielt keine Vorteile, wenn er in diesen Fällen auf Privatrezept verordnet. Das Verordnungsvolumen wird dadurch nicht (zusätzlich) entlastet. Verordnete Arzneimittel, bei denen der Zuzahlungsbetrag genau so hoch ist wie die Kosten des Arzneimittels, belasten das Arzneimittelbudget nicht, weil die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen im Budget abzüglich der von dem Patienten geleisteten Zuzahlungen, in den hier in Rede stehenden Fällen also mit dem Betrag "Null", verbucht werden.
Dr. jur. Johannes Pieck, ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V., Ginnheimer Straße 26, 65760 Eschborn
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