ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2008Muskelschmerz - Mechanismen und klinische Bedeutung: Bei Schmerzpatienten komplexer

MEDIZIN: Diskussion

Muskelschmerz - Mechanismen und klinische Bedeutung: Bei Schmerzpatienten komplexer

Muscle Pain – Mechanisms and Clinical Significance: The Situation Is More Complex in Patients With Chronic Pain

Dtsch Arztebl 2008; 105(28-29): 510; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0510a

Wörz, Roland

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LNSLNS Der Autor schreibt, dass die Übertragung seiner tierexperimentell gewonnenen Ergebnisse auf den Menschen mit Vorsicht erfolgen muss. Dabei ist zu unterstreichen, dass die Verhältnisse beim Menschen weitaus komplexer sind, insbesondere bei Patienten mit Fibromyalgiesyndromen. Bei Schmerzpatienten handelt es sich um offene dynamische Systeme (1) und nicht um isolierte Modelle zum Studium der Nozizeption. Schmerz ist definitionsgemäß ein Bewusstseinsphänomen, das mit Nozizeption assoziiert sein kann, doch keinesfalls damit gleichzusetzen ist.
Die genannten Erklärungsmodelle lassen sich zwar auf Schmerzpatienten übertragen, aber nicht im Sinne von Entweder-oder-Alternativen, sondern als Sowohl-als-auch-Mechanismen. Doch nicht nur fördernde und hemmende Einflüsse des nozizeptiven Systems spielen eine Rolle, sondern auch vielfältige andere zentralnervöse Störungen, wie die hohe Korrelation mit Angstkrankheiten, Depressionen und Insomnie zeigt (2, 3). Bei Fibromyalgiepatienten wurde die Bedeutung von chronischem Stress mit einer Dysfunktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse aufgezeigt. Gehäuft liegen Traumatisierungen in der Kindheit vor (2), sodass die angemessene Diagnostik und Behandlung das Bewusstsein, die Persönlichkeit und Biographie der Betroffenen einbezieht (1). DOI: 10.3238/arztebl.2008.0510a

PD Dr. med. Roland Wörz
Friedrichstraße 73, 76669 Bad Schönborn
E-Mail: woerz.roland@t-online.de
1.
Wörz R: Die multidimensionale, non-lineare Schmerzkonzeption. Ein breiter Ansatz für Erklärung und Verständnis komplexer Schmerzsyndrome. Fortschr Med 2001; 119: 129–33. MEDLINE
2.
Ecker-Egle ML, Egle UT: Primäre Fibromyalgie. In: Egle UT, Hoffmann SO, Lehmann KA, Nix WA (Hrsg.): Handbuch Chronischer Schmerz. Stuttgart, New York: Schattauer 2003; 571–82.
3.
Okifuji A, Turk DC: Fibromyalgia syndrome: prevalent and perplexing. Pain Clinical Updates 2003; 11: 1–4.
1. Wörz R: Die multidimensionale, non-lineare Schmerzkonzeption. Ein breiter Ansatz für Erklärung und Verständnis komplexer Schmerzsyndrome. Fortschr Med 2001; 119: 129–33. MEDLINE
2. Ecker-Egle ML, Egle UT: Primäre Fibromyalgie. In: Egle UT, Hoffmann SO, Lehmann KA, Nix WA (Hrsg.): Handbuch Chronischer Schmerz. Stuttgart, New York: Schattauer 2003; 571–82.
3. Okifuji A, Turk DC: Fibromyalgia syndrome: prevalent and perplexing. Pain Clinical Updates 2003; 11: 1–4.

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