ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2008Computerspiele: Eindeutige Ergebnisse schon vor zehn Jahren

BRIEFE

Computerspiele: Eindeutige Ergebnisse schon vor zehn Jahren

Dtsch Arztebl 2008; 105(28-29): A-1554 / B-1340 / C-1308

Klimm, Rolf

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die besprochene KUHL-Studie untersucht, ob gewalthaltige Bildschirmspiele zur Aggressivität von Kindern beitragen oder ob es nicht vielmehr bereits als aggressiv bekannte Kinder sind, die vermehrt zu solchen Angeboten greifen. Die Frage nach den Ursachen von Aggressivität oder Depressivität mit der Folge gewalthaltiger Computerspiele oder pathologischer Internetnutzung bleibt dabei offen. Aussagekräftiger sind diesbezüglich die 2006 veröffentlichte Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) und die Forschungsergebnisse der 1998 verstorbenen Medienwissenschafterin Hertha Sturm. Die KFN-Studie, welche 23 000 Schüler erfasste, zeigte einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und eigenem Fernsehgerät im Kinderzimmer; zusätzliche Geräte wie Spielkonsole und Computer verdreifachten das Gewaltrisiko, während die Schulleistungen reziprok zum Gerätebesitz waren. Hertha Sturm, deren Forschungen den Zeitraum 1972–1998 umfassen, konnte nachweisen, dass die Mischung aus Laufbildern, Sprache und Musik, unabhängig vom transportierten Inhalt zu einer messbaren körperlichen Hocherregung führt, die noch Stunden bis in den Schlaf anhält (Messparameter waren EEG, Atem- und Herzfrequenz, Hautwiderstand). Beim Abschalten fällt man in eine Erregungsleere, was die Überwindung erklärt, die es kostet . . .
Dr. med. Rolf Klimm, Bach 2, 83093 Bad Endorf
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige