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Dtsch Arztebl 2008; 105(28-29): A-1567

EB

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LNSLNS Etopril jetzt erstattungsfähig – Etopril, ein insektizidfreies Kopfläusemittel von Dr. Wolff (Bielefeld), kann bei Kindern bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr nunmehr auf Kassenrezept verordnet werden. Dies gilt ebenso für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr, wie der Gemeinsame Bundes­aus­schuss am 19. Juni mitgeteilt hat.

Neue Eckdaten zu Aggrenox und Clopidogrel – Beim Einsatz der Thrombozytenaggregationshemmer Aggrenox® (Dipyridamol retard/ASS, Boehringer Ingelheim) und Clopidogrel zur Schlaganfall-Sekundärprävention sind neue Rahmenbedingungen zu beachten: Für Aggrenox liegt eine aktualisierte Fachinformation vor.

- Für Patienten, die zu Therapiebeginn unter sehr starken Kopfschmerzen leiden, ist eine alternative Behandlungsstrategie angegeben. Statt morgens und abends je eine Aggrenox zu nehmen, sollen diese Patienten für die Dauer von bis zu einer Woche eine Kapsel Aggrenox vor dem Zubettgehen und eine Tablette ASS morgens einnehmen.
- Nicht eingesetzt werden soll Aggrenox bei Kindern und Jugendlichen mit Fiebererkrankungen oder viralen Infekten mit oder ohne Fieber, da hier ein Risiko zur Entwicklung des Reye-Syndroms besteht.
- Darüber hinaus sollen Patienten mit einer seltenen hereditären Fructose- oder Galactose-Intoleranz sowie Patienten mit Lactase-Mangel, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel Aggrenox nicht einnehmen.
- Zu Clopidogrel als Monotherapie ist eine Arzneimittelrichtlinie erschienen, nach der
das Präparat von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr uneingeschränkt erstattet wird (siehe auch Bundesanzeiger Nr. 80 vom 3. 6. 2008).

Neupro® muss im Kühlschrank gelagert werden – Vor einigen Monaten hat Schwarz- Pharma über ein Problem bei der Herstellung von Neupro® (Rotigotin transdermales Pflaster) informiert, das europaweit zum Rückruf bestimmter betroffener Chargen geführt hat. Neupro ist zur Behandlung der Symptome des idiopathischen Parkinson-Syndroms im frühen und fortgeschrittenen Stadium indiziert. Schwarz-Pharma betont, dass dieses Herstellungsproblem nichts mit einer Produktkontamination oder Toxizität zu tun hat. Die Herstellung von Neupro könne zu einer alternativen kristallinen Struktur des Wirkstoffs selbst führen, die als schneeflockenähnliches Muster sichtbar werde. Diese werde nicht vom Pflaster abgegeben.

Obwohl dieses schneeflockenähnliche Muster in den meisten Fällen keine Bedeutung hat, besteht die theoretische Möglichkeit, dass die klinische Wirksamkeit reduziert sein könnte. Die gekühlte Lagerung von Neupro-Pflastern scheint die Bildung von Kristallen zu vermindern. Das Unternehmen wird daher europaweit ein Distributionssystem mit vollständiger Kühlkette implementieren. „Um die Belieferung der bereits eingestellten Patienten zu gewährleisten, begrenzen Sie bitte jede Verschreibung auf einen Monatsbedarf und stellen Sie keine neuen Patienten auf Neupro ein“, so der Hersteller.

Praxisaktion rund um die HPV-Impfung – Ab September startet die bundesweite Praxisaktion der Aufklärungskampagne „tell someone: Ich sag’s weiter – du auch?“, unterstützt von Sanofi-Pasteur MSD. Teilnehmen können allgemeinmedizinische, gynäkologische und pädiatrische Arztpraxen, die ihre Patientinnen über die Möglichkeiten zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen durch die HPV-lmpfung aufklären möchten.

Bis Anfang August können sich interessierte Arztpraxen beim „tell-someone“-Aktionsbüro per Fax (0 61 51/3 60 87 99), telefonisch (0 61 51/ 3 60 87 91, montags bis freitags von neun bis 17 Uhr) oder über E-Mail (service@tellsomeone.de) anmelden. Sie erhalten dann zum Start der Praxisaktion das kostenlose Kampagnenpaket mit Informations- und Aktionsmaterialien. Die Praxisaktion läuft von Anfang September bis Ende Oktober 2008.

Aktuelle Daten zu Nelarabin – Im Rahmen des internationalen Symposiums „Acute Leukemias XII“ in München wurden neue Daten zu dem von GIaxosmithkline entwickelten Wirkstoff Nelarabin vorgestellt. Das Medikament ist in Deutschland seit September 2007 unter dem Handelsnamen Atriance® zur Behandlung bestimmter Formen der Leukämie erhältlich. Studien zur Kombinationstherapie sind geplant und dürften noch dieses Jahr anlaufen.

Die Wirksamkeit von Nelarabin wurde bei Kindern und Erwachsenen gezeigt – zur Behandlung der akuten lymphoblastischen T-Zell-Leukämie (T-ALL) und des lymphoblastischen T-Zell-Lymphoms (T-LBL) – deren Erkrankung auf mindestens zwei Chemotherapieregime nicht oder nur vorübergehend angesprochen hat.

„Es ist in einer solchen schwierigen Situation erstaunlich, dass mit Nelarabin gemäß den aktuellen Daten der Studie der GMALL (akute lymphatische Leukämie des Erwachsenen) komplette Remissionsraten von 18 bis 40 Prozent erreicht werden“, sagt Prof. Dieter Hoelzer (Frankfurt/Main).

Die Studie der Deutschen Studiengruppe für die GMALL umfasst die größte Serie von Patienten mit T-ALL oder T-LBL – insgesamt 118 –, die mit Nelarabin behandelt wurden. Bei allen Patienten liegen ein- bis mehrfache Rezidive, auch nach Stammzelltransplantation, oder eine Behandlungsresistenz vor. Insgesamt wurde bei diesen Patienten eine komplette Remissionsrate von knapp 36 Prozent beobachtet (n = 42). Von diesen wiederum konnten 34 (81 Prozent) einer Stammzelltransplantation zugeführt werden. Die Überlebensrate nach knapp sechs Jahren liegt bei Patienten mit kompletter Remission und Stammzelltransplantation bei 32 Prozent. EB
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