ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2008Mobilfunkstrahlung: Gefahren nicht hinreichend bewiesen

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Mobilfunkstrahlung: Gefahren nicht hinreichend bewiesen

PP 7, Ausgabe Juli 2008, Seite 294

Spielberg, Petra

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Ein Verzicht auf das Handy wäre für viele Nutzer unvorstellbar – trotz möglicher Gefahren. Foto: ddp
Ein Verzicht auf das Handy wäre für viele Nutzer unvorstellbar – trotz möglicher Gefahren. Foto: ddp
Derzeit liegen keine gesicherten Hinweise darauf vor, dass Mobiltelefone oder Sendemasten Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindelgefühl hervorrufen können. Auch Vermutungen, dass Funkfrequenzfelder das Erinnerungs- und Lernvermögen beeinträchtigen, ließen sich wissenschaftlich bislang nicht bestätigen. Dies geht aus einem aktuellen Bericht eines internationalen Expertengremiums (Scenhir) hervor. Die Gruppe berät die Europäische Kommission in Fragen zu möglichen, bislang unbekannten gesundheitlichen Risiken, zum Beispiel durch moderne Technologien oder Medizinprodukte.

Zwar wiesen einige Studien auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem langjährigen Gebrauch von Mobiltelefonen und einem erhöhten Risiko für einen gutartigen Tumor des Gehörnervs hin, so Scenhir. Belege dafür, dass Menschen, die jahrelang Handys benutzen, bösartige Gehirntumoren oder andere Krebsarten entwickelten, gäbe es bislang jedoch nicht. Allerdings sei die jetzige Erkenntnislage nicht ausreichend, um abschließende Schlussfolgerungen zu ziehen, so die Wissenschaftler. Gleiches gelte für Untersuchungen über den etwaigen Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf die Durchlässigkeit der Blut-Gehirn-Schranke.

Die Experten weisen zudem darauf hin, dass sich bislang nur wenige Studien mit möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Funkfrequenzfeldern auf Kinder beschäftigt hätten, obwohl diese aufgrund ihres noch nicht vollständig entwickelten Nervensystems möglicherweise empfindlicher auf den Einfluss von elektromagnetischen Feldern reagieren könnten als Erwachsene. Das Gremium empfiehlt daher, die Wirkung von Funkfrequenzfeldern, insbesondere deren langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern weiter zu erforschen, um die bestehenden Wissenslücken zu schließen. ps
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