ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1997Hauterscheinungen bei Erkrankungen innerer Organe

SPEKTRUM: Bücher

Hauterscheinungen bei Erkrankungen innerer Organe

Török, László

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Die Haut als "Fernseher"
László Török: Hauterscheinungen bei Erkrankungen innerer Organe. Deutsche Übersetzung em. Prof. Dr. med. Sándor Marghescu, Johann Ambrosius Barth Verlag, Heidelberg, Leipzig, 1997, XIII, 254 Seiten, 56 Tabellen, 215 Abbildungen in Farbe, 178 DM
Die ungarische Erstausgabe war binnen Monaten vergriffen, möglicherweise deshalb, weil ein Autor wirklich die Bedürfnisse der Leser getroffen hat: László Török ist in seinem Buch nämlich von der "Normalsituation" ausgegangen. Denn der Arzt sieht oft Hauterscheinungen zuerst und versucht, sie einer Erkrankung zuzuordnen, die er noch nicht kennt. In den bisherigen Büchern zu dieser Thematik wurde die Diagnose der Grunderkrankung als bekannt vorausgesetzt. Deshalb handelt es sich um einen neuartigen und praktischen Ansatz, zumal die Beschreibung in einer Art erfolgt, mit der auch ein Nicht-Dermatologe "klarkommt".
Spätestens im AIDS-Zeitalter ist die Haut als Manifestationsorgan "wiederentdeckt" worden. Und das Erythema chronicum migrans als erste diagnostisch verwendbare Erscheinung ist durch die Lyme-Borreliose sattsam bekannt. Aber auch bei der Früherkennung von Malignomen "werden wir noch lange auf paraneoplastische Dermatosen als Wegweiser angewiesen sein", meint der ungarische Autor mit Blick auf die wenigen aussagekräftigen Tumormarker. Aufgebaut ist das rund 240 Seiten umfassende Werk ebenfalls nach Kriterien, die in der Praxis ein schnelles Nachschlagen erlauben: die Hauterscheinungen sind gegliedert nach der Makromorphologie, zum Teil auch nach der Lokalisation. Der Autor weist beispielsweise darauf hin, daß ein Teil der Patienten mit familiärer Dickdarmpolypose eine perianale Hyperpigmentierung aufweist. Eine isolierte Cheilitis granulomatosa wiederum kann die erste Manifestation eines Morbus Crohn darstellen; die Bauchsymptomatik kann erst Monate oder Jahre später folgen. Török empfiehlt deshalb eine gründliche Untersuchung des Magen-Darm-Traktes und eine fortlaufende Beobachtung der Betroffenen.
Renate Leinmüller,
Offenbach
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