ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2008Selbstfürsorge: Erwartungen werden kaum erfüllt

BÜCHER

Selbstfürsorge: Erwartungen werden kaum erfüllt

PP 7, Ausgabe Juli 2008, Seite 322

Barley, Ingrid

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Therapeuten und Berater sorgen für ihre Patienten oft besser als für sich selbst. Als Folge davon treten häufig Überlastung, (unterdrückte) Aggressivität, Mutlosigkeit, Fluchtgedanken und Sinnkrisen auf. Die Autoren wollen zur Selbstfürsorge anregen, indem sie „Werkzeuge“ anbieten, „mit denen das eigene Befinden während der Therapie reguliert und die eigene Gesundheit geschützt werden kann“.
Leider bestehen die empfohlenen „Werkzeuge“ überwiegend aus einer Beschreibung von Selbstverständlichkeiten (zum Beispiel Zimmer lüften, Erfrischen mit kaltem Wasser, Arbeitspausen, Entspannungsrituale, Visualisierungen). Im Kontakt mit dem depressiven, aggressiven, unmotivierten oder narzisstischen Patienten werden verhaltenstherapeutische Strategien genannt, die weitgehend dem sogenannten gesunden Menschenverstand zuzurechnen sind. Aspekte wie Introspektion, kritische Selbstreflexion, Übertragung und Gegenübertragung finden weniger Beachtung.
Gewöhnungsbedürftig ist, dass Berater/Therapeuten stets in der weiblichen Form, Patienten dagegen nur in der männlichen Form benannt werden. So entstehen viele Formulierungen, die so oder ähnlich lauten: „Besonders in schweren Zeiten brauchen Patienten Therapeutinnen, die ganz bei sich und funktionsfähig sind . . .“.
Es gelingt den Autoren (deren Ausbildung und Tätigkeitsfelder nicht angegeben sind) kaum, die durch den Buchtitel geweckten Erwartungen zu erfüllen. Am ehesten könnten Menschen ohne therapeutische Ausbildung, die in helfenden Berufen tätig sind, einige Anregungen aus diesem Buch gewinnen. Ingrid Barley

Nicolas Hoffmann, Birgit Hofmann: Selbstfürsorge für Therapeuten und Berater. BeltzPVU, Beltz Verlag, Weinheim, Basel, 2008, 206 Seiten, gebunden, 34,90 Euro
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema