ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2008Krankenhausserie: Doctor’s Diary – albern, aber amüsant

MEDIEN

Krankenhausserie: Doctor’s Diary – albern, aber amüsant

Dtsch Arztebl 2008; 105(30): A-1612 / B-1391 / C-1359

Tuffs, Annette

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. Gretchen Haase (Diana Amft) im Liebeschaos: Ihr Oberarzt Dr. Marc Meier (Florian D. Fitz, links) ist Gretchens ewiger Jugendschwarm – und ein Obermacho, der sanftmütige Gynäkologe Dr. Mehdi Kaan (Kai Schumann) dagegen eher ein Langweiler. Foto: RTL/Bajo
Dr. Gretchen Haase (Diana Amft) im Liebeschaos: Ihr Oberarzt Dr. Marc Meier (Florian D. Fitz, links) ist Gretchens ewiger Jugendschwarm – und ein Obermacho, der sanftmütige Gynäkologe Dr. Mehdi Kaan (Kai Schumann) dagegen eher ein Langweiler. Foto: RTL/Bajo
Eine klassische Krankenhausserie ist es nicht, eher eine Serie, die im Krankenhaus spielt. Und das vielleicht nur in diesem Sommer, denn mehr als acht Folgen wurden sicherheitshalber zunächst nicht produziert. Bei jüngeren Zuschauern hat „Doctor’s Diary – Männer sind die beste Medizin“, das RTL seit Juni jeden Montagabend um 20.15 Uhr sendet, wie die Quoten zeigen, den gewünschten Anklang gefunden.

Das kann keinesfalls an der spannenden Lösung medizinischer Probleme liegen. Denn die gibt es kaum und wenn doch, dann sind sie allein dramaturgische Elemente für die vielen Beziehungsprobleme, weit entfernt von jeder Krankenhausrealität, und dienen nur zur Darstellung altbekannter Klischees, die dann – zugegebenermaßen gekonnt – ins Lächerliche gezogen werden.

Im Mittelpunkt steht Dr. Gretchen Haase, mittelmäßig begabte Ärztin und mollige Blondine, die Karriere machen und ihre Pfunde loswerden will. Daran hindern sie ihr großes Herz, ihr Interesse an männlichen Kollegen und der Drang, Stress mit Süßigkeiten zu bekämpfen. Wenig förderlich ist ebenfalls ihr Vater, gleichzeitig Chefarzt des Krankenhauses, in dem sie arbeitet, dessen gutgemeinte Unterstützung meist in einer Katastrophe endet. Die Wahl zwischen zwei Männern fällt Gretchen schwer: Der attraktive Oberarzt, Schwarm aus Kindheitstagen, ist ein arroganter Macho, sein Rivale, der Gynäkologe, ist nett, aber schüchtern und farblos.

Die neue Klinikserie gehört zur besseren Sorte der Comedy-Sendungen im deutschen Fernsehen. Dem Vergleich mit den populären US-Serien wie „Grey’s Anatomy“ oder „Dr. House“ hält sie indes nicht Stand. Deren Qualität machen nicht zuletzt die genau recherchierten und inszenierten medizinischen Fälle aus. Bei RTL hat man sich, was medizinische Realität anbelangt, weitgehend auf Blut verspritzende OP-Schnitte und drastisch aussehende Eingriffe beschränkt. Dafür wurde auf flotte Drehbücher und Dialoge sowie passabel spielende, unverbrauchte Schauspieler gesetzt. Wer kein echtes Krankenhausdrama erwartet, kann sich über die peinlichen Erlebnisse der jungen Ärztin, die keinen Fettnapf auslässt, amüsieren. Annette Tuffs
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema