ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2008Annemarie Poustka† Pionierin in der biomedizinischen Genomforschung

PERSONALIEN

Annemarie Poustka† Pionierin in der biomedizinischen Genomforschung

Dtsch Arztebl 2008; 105(30): A-1615 / B-1393 / C-1361

Siegmund-Schultze, Nicola

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Annemarie Poustka Foto: DKFZ
Annemarie Poustka Foto: DKFZ
Die biomedizinische Genomforschung hat mit Prof. Dr. med. Annemarie Poustka eine herausragende Wissenschaftlerin verloren: Poustka ist im Mai einer schweren Erkrankung erlegen. Sie hatte seit 1990 die Abteilung Molekulare Genomanalyse am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg geleitet. Auch im Deutschen Humangenomprojekt hatte Poustka eine leitende Funktion. Sie war viele Jahre Sprecherin des Nationalen Genomforschungsnetzes und Aufsichtsratsmitglied der internationalen Human Genome Organisation.

Ein Teil der im Jahr 2000 vom Humangenomprojekt in einer Rohversion entschlüsselten menschlichen Gene ist im Team von Poustka analysiert worden. Der Schwerpunkt von Poustkas interdisziplinärer Arbeit lag auf der Identifizierung und funktionellen Analyse von Genen, die an der Manifestation von Krankheiten beteiligt sind, wie bei Huntington-Chorea, Mukoviszidose und Fragilem-X-Syndrom. Als Modell für die genomweite Suche nach krankheitsrelevanten Genen konzentrierte sie sich auf das X-Chromosom und identifizierte Gene für die Adrenoleukodystrophie, myotubuläre Myopathie und Dyskeratose. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Prof. Dr. med. Fritz Poustka, Universität Frankfurt/Main, entdeckte sie Genvarianten, die kognitive Defizite bei Menschen mit autistischen Störungen erklären könnten.

Die Mutter von drei Kindern studierte zunächst in Wien Medizin, später Biologie an der Universität von London. Ihre erste Arbeitsgruppe leitete sie am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Nicola Siegmund-Schultze
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema