ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2008Pilotprojekt: Elektronischer Mutterpass

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Pilotprojekt: Elektronischer Mutterpass

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Die Gesundheitsdaten der Schwangeren und der Verlauf der Schwangerschaft lassen sich – wie hier auszugsweise dargestellt – elektronisch dokumentieren. Der elektronische Mutterpass wird in die elektronische Gesundheitsakte integriert.
Die Gesundheitsdaten der Schwangeren und der Verlauf der Schwangerschaft lassen sich – wie hier auszugsweise dargestellt – elektronisch dokumentieren. Der elektronische Mutterpass wird in die elektronische Gesundheitsakte integriert.
Die Universitäts-Frauenklinik Heidelberg erprobt gemeinsam mit sieben niedergelassenen Gynäkologen und zwei Kliniken für Geburtsmedizin der Gesundheitszentren Rhein-Neckar den elektronischen Mutterpass. In dem Pilotprojekt wird der herkömmliche Mutterpass in Papierform durch einen elektronischen Mutterpass (eMP) in der persönlichen Gesundheitsakte Lifesensor des E-Health-Unternehmens Intercomponentware AG (ICW), Walldorf, ergänzt (www.lifesensor.com). An dem auf zwölf bis 15 Monate angelegten Projekt beteiligen sich derzeit bereits 55 Schwangere, rund 200 sollen insgesamt daran teilnehmen.

Der Mutterpass enthält alle wichtigen Daten zur Gesundheit der Mutter, wie Blutgruppe, Anteil des roten Blutfarbstoffs, Untersuchungsergebnisse zu Infektionen (Röteln, Toxoplasmose), Informationen zu familiären Belastungen und zum Zustand des Kindes (Lage, Gewicht, Größe) sowie den voraussichtlichen Geburtstermin. Er unterstützt die behandelnden Ärzte und Hebammen dabei, den Verlauf der Schwangerschaft und mögliche Risiken zu dokumentieren. Die in dem Pass eingetragenen Daten liefern auch bei der Geburt oder bei medizinischen Notfällen wichtige Informationen.

Mit dem eMP soll die Schwangerenvorsorge weiter optimiert werden. Darüber hinaus soll er die sektorübergreifende Zusammenarbeit von Ärzten und Kliniken stärken. Im elektronischen Mutterpass und der Gesundheitsakte stehen der Schwangeren ihre Gesundheitsdaten jederzeit online zur Verfügung. Arztbesuche und Befunde lassen sich schnell und einfach dokumentieren, medizinische Termine verwalten und Gesundheitsdaten speichern. Der eMP ist fester Bestandteil der Gesundheitsakte und wird den Schwangeren im Rahmen des Pilotprojekts kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nur mit Zustimmung der Schwangeren können ihr Frauenarzt sowie weiteres medizinisches Fachpersonal auf die Daten zugreifen. Der Gynäkologe kann mit diesen Informationen individuelle Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge erarbeiten und mit der Schwangeren besprechen.

Für den Informationsaustausch zwischen den teilnehmenden Krankenhäusern und Praxen setzen die Ärzte die „Practice Communication and Documentation Software“ von ICW ein. Damit können sie gesundheitsrelevante Informationen direkt in die Gesundheitsakte der Schwangeren übertragen und den Verlauf der Schwangerschaft im eMP dokumentieren. „Das Pilotprojekt ist der Schritt hin zu einer medizinisch optimalen und gleichzeitig individuellen und schwangerenzentrierten Geburtshilfe. Der elektronische Mutterpass wird negative Folgen von Risiken für Mutter und Kind senken helfen“, meinte Prof. Dr. med. Prof. h.c. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. EB
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