ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/20083 Fragen an… Stephan Pitum-Weber, der über das Management von Gesundheitsnetzwerken promoviert

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3 Fragen an… Stephan Pitum-Weber, der über das Management von Gesundheitsnetzwerken promoviert

Dtsch Arztebl 2008; 105(31-32): A-1652 / B-1426 / C-1393

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Herr Pitum-Weber, Sie haben Ärzte nach ihrem Urteil zu Netzen und zu ihren Erfahrungen befragt. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Pitum-Weber: Netze werden noch zu selten zentral organisiert und gesteuert. Die Ärzte vertrauen sich untereinander häufig nicht, und es gibt viele Unstimmigkeiten. Außerdem investieren die Beteiligten noch viel zu wenig Zeit in ihr Netz.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Pitum-Weber: Vielerorts herrscht Rivalität. Zudem fehlt es den meisten Ärzten an Kooperations- und Managementerfahrung. Die war bisher ja auch nicht gefragt. Doch nun mangelt es an Wissen, wie man sich am besten miteinander abstimmt. Dazu kommt: Jeder einzelne Arzt verfügt über Autonomie und Autorität. Ein Praxisnetz ist deshalb schwer beherrschbar. Man muss nach gemeinsamen Zielen suchen, nach einer gemeinsamen Kultur oder Identität im Netz, sonst lässt es sich nicht steuern. Oft werden zu Beginn auch gravierende Fehler gemacht: Es fehlen klare Ziele, der Sinn und die Systematik des Netzes werden nicht mit allen abgestimmt. Die Ärzte nennen als spätere Schwierigkeiten auch falsche Steuerungsinstrumente oder zu wenig Zeit für das Netz und die Kommunikation.

Was versprechen sich Ärzte vor allem von Netzen?

Pitum-Weber: Viele haben nicht ihre eigenen Vorteile als ärztlicher Unternehmer im Blick, sondern in erster Linie eine bessere Patientenversorgung. Sicher ist das wichtig. Aber nehmen Sie mal einen Handwerker, beispielsweise einen Schreiner. Der muss nicht nur einen guten Tisch bauen, sondern ihn auch verkaufen können. Allein mit seiner handwerklichen Fähigkeit wird er nicht bestehen können. Den Ärzten müsste man im Grunde häufiger sagen: „Sie müssen Ihr Handwerk gut beherrschen, um unternehmerisch handeln zu können. Das Letzte erfordert ein Umdenken – aber es macht ja vielleicht auch Spaß.“
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