ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2008Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2008; 105(31-32): A-1676 / B-1414

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LNSLNS Dramatische Schicksale und Geschichten aus dem Alltag – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama
Ab 7. August:
Der Mongole
Foto: X-Verleih
Foto: X-Verleih
Sommer 1172: Temudgin, Sohn eines Khans, findet in dem Mongolenmädchen Borte seine große Liebe. Eine Liebe, die Jahre voller Gewalt, Leid und Tod überstehen wird. Das für den Auslandsoscar nominierte und mit deutschen Filmgeldern geförderte Epos des Russen Sergej Bodrow über den legendären Stammesführer Dschingis Khan entzieht sich gängigen Sehgewohnheiten. Denn es verzichtet auf Action und macht aus dem Recken keinen Übermenschen, sondern einen Mann, der vom Schicksal und von Feinden gebeutelt wird. Der gefeierte japanische Shootingstar Tadanobu Asano verkörpert den charismatischen Eroberer. Ihm zur Seite steht die Newcomerin Khulan Chuluun als seine mutige Frau.
Kasachstan/Russland/Deutschland 2007, 120 Minuten

Ab 14. August:
Elegy oder die Kunst zu lieben
Literaturverfilmungen haben es in sich. Und wenn ausgerechnet eine Regisseurin wie die Spanierin Isabel Coixet sich an Philip Roths Roman „Das sterbende Tier“ traut, darf man gespannt sein, wie sie die rothschen Machofantasien und Monologe in den Griff bekommt. Sie schafft dies, indem sie die durch und durch maskuline Perspektive des Autors durch ihre weibliche ersetzt und die Schauspieler Penélope Cruz, Ben Kingsley und Dennis Hopper zu Höchstform auflaufen lässt.
Literaturprofessor David Kepesh (Kingsley), ein arrivierter Zyniker, zittert vor dem Altwerden. Da kommen ihm seine makellose Studentin Consuela (Cruz) und deren Leidenschaft für ihn gerade recht. Doch der Womanizer weiß damit nicht umzugehen. Er lässt nicht nur sie, sondern auch seinen Sohn und seine Geliebte im Stich. Als Consuela mehrere Jahre später krebskrank zurückkehrt, will er Abbitte leisten.
USA 2008, 108 Minuten

Ab 21. August:
Räuber Kneißl
Anfang des 20. Jahrhunderts ist die räuberische Familie Kneißl der bayerischen Obrigkeit ein Dorn im Auge: Der junge Mathias (Maximilian Brückner) und sein Bruder nehmen am elterlichen Gewerbe des Einbruchs teil. Dann erschlägt die Polizei den Vater (Michael Fitz) und verhaftet die Mutter (Maria Furtwängler) und den Jungen. Jahre später träumt Mathias vom rechtschaffenen Leben als Schreiner mit Mathilde (Brigitte Hobmeier). Regisseur Marcus H. Rosenmüller zeigt die bewegende Lebensgeschichte des berühmten bayerischen Rebellen mit viel Gefühl und schwarzem Humor.
Deutschland/USA 2008, 93 Minuten

Ab 28. August:
Couscous mit Fisch
Bei den 26. Filmfestspielen in Venedig und der Césarverleihung im Februar heimste das Drama über eine maghrebinische Einwandererfamilie in Südfrankreich jeweils mehrere Preise ein. Wie gewohnt, erzählt der Tunesier Abedellatif Kechiche eine Geschichte aus dem Alltag: Slimani ist 60 Jahre alt und muss sich dennoch nach wie vor jeden Tag zu seiner Arbeit als Hafenarbeiter in Sète schleppen. Finanziell reicht es hinten und vorn nicht, dazu kommen Spannungen innerhalb seiner Familie und das nagende Gefühl, ein Verlierer zu sein. Seinem großen Traum, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, ist er keinen Schritt näher gekommen. Doch dann fasst sich die Familie ein Herz: Das Projekt Restaurant soll trotz aller Widerstände in Angriff genommen werden.
Frankreich 2007, 151 Minuten

Komödie
Ab 7. August:
Küss mich bitte!
Bei einer Dienstreise begegnet Emilie (Julie Gayet) in Nantes zufällig Gabriel (Michael Cohen). Beide sind fest gebunden, entdecken aber im Laufe des Abends ihre Zuneigung füreinander. Doch Emilie verweigert ihm den Kuss und liefert die Geschichte dazu – von der verheirateten Julie (Virginie Ledoyen) und ihrem besten Freund Nicolas (Regisseur Emmanuel Mouret). Eine leichtfüßige Komödie über die Konsequenzen eines Kusses und die wundersamen Fallstricke platonischer Freundschaft zwischen Mann und Frau.
Frankreich 2007, 96 Minuten


DVD-Tipp
Faszination China
Foto: Universum Film
Foto: Universum Film
Pünktlich zur Olympiade gibt es die zweite DVD aus der ZDF-Doku-Reihe „Welcome to China“, die sich mit den historischen Superlativen im Reich der Mitte befasst. Während DVD 1 mit Filmen über den ersten Kaiser und die mehr als 2 000 Jahre alte chinesische Mauer tief eintaucht in die Vergangenheit, hat DVD 2 zum Beispiel die Verbotene Stadt Pekings mit ihrer beeindruckenden Architektur und den Boxeraufstand zum Thema. Aufwendige Inszenierungen und Dreharbeiten an Originalschauplätzen lassen ein lebendiges Bild der Ikonen der chinesischen Kultur entstehen.

„Welcome to China – DVD 1 und DVD 2“, 197 und 180 Minuten, Sprache: Deutsch, Universum Film, circa 13 und 18 Euro; Bezug über den Fachhandel
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