ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2008Randnotiz: Vergleich der Geschlechter

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Randnotiz: Vergleich der Geschlechter

Dtsch Arztebl 2008; 105(33): A-1711 / B-1479 / C-1447

Gieseke, Sunna

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LNSLNS Bei den Olympischen Spielen vergleichen Sportler aus verschiedenen Ländern der Welt ihr Können, und im besten Fall erntet der Athlet eine Medaille. Dabei geht Fairness vor. So wäre es eindeutig gegen die Regeln der Wettkämpfe, wenn ein Mann an einer Frauendisziplin teilnehmen würde. Aus diesem Grund gab es bis 1996 massenhaft Geschlechtertests. Diese wurden jedoch abgeschafft, da sie als zu oberflächlich galten.

Bei den Olympischen Spielen in Peking werden sie aber in einer verbesserten Version, in der nicht nur die Geschlechtschromosomen, sondern auch andere Gene und Hormonprofile untersucht werden, wieder eingesetzt. Und das ausschließlich, wenn „ernsthafte Zweifel“ an dem angegebenen Geschlecht bestünden, erklärten die dafür zuständigen Experten. So sollten sowohl die Fairness bei den Spielen als auch die Rechte der Sportler geschützt werden.

Das klingt zunächst recht harmlos. Allerdings ist kaum auszudenken, was ein solcher Test für den einzelnen Sportler bedeuten mag. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, in denen diese Tests zeigten, dass es sich bei Frauen eigentlich um Hermaphroditen handelte. Die öffentliche Bloßstellung galt in diesen Fällen als extrem kritikwürdig.

So auch bei der indischen 800-Meter-Läuferin Santhi Soundarajan bei den Asienspielen 2006. Die Leichtathletin musste ihre Silbermedaille wieder abgeben, nachdem der Geschlechtertest zutage gefördert hatte, dass die Läuferin von ihrer Chromosomenkonstellation her eher männlich ist. Sie soll danach versucht haben, sich das Leben zu nehmen.
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