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. . . Die Barmer hat mittels einer retrospektiven Analyse die Leistungsdaten von rund 160 000 Diabetikern untersucht und darüber hinaus die Befragungsergebnisse von 4 340 Versicherten mit Diabetes mellitus analysiert. Die in den Fachzeitschriften „Diabetes, Stoffwechsel und Herz“ (Ullrich et al. 2007) und „Gesundheits- und Sozialpolitik“ (Elkeles et al. und Graf et al. 1/2008) veröffentlichten Ergebnisse zeigten u. a. hinsichtlich Schlaganfall- und Amputationsraten deutliche Unterschiede zugunsten der DMP-Teilnehmer. Die Frage, wie dieses auffällige Resultat erklärt werden könnte, wird in den genannten Publikationen (insbesondere in Graf et al.) sehr ausführlich und differenziert diskutiert. Dies gilt natürlich auch für denkbare Verzerrungen der Ergebnisse durch Selektionseffekte. Letztlich kommen wir als Autorinnen und Autoren dieser Artikel aber nach wie vor zu dem Schluss, dass unter Berücksichtigung aller verfügbaren Fakten und Erkenntnisse Diabetespatienten von einer Programmteilnahme profitieren und sich daher in ein DMP einschreiben sollten. Im Kommentar von Herrn Dr. Gutsch werden die für DMP-Teilnehmer vorteilhaften Ergebnisse im Wesentlichen damit erklärt, dass sich im DMP die motivierten Patienten befänden, welche die „therapeutischen Anweisungen des Arztes“ wahrnehmen. Gutsch unterstellt offensichtlich, dass diese Motivation von einer DMP-Teilnahme völlig losgelöst ist, denn sonst dürfte er den Programmen nicht rundweg jede Bedeutung absprechen. Diese einseitige Betrachtung reicht aber nur schwerlich aus, um zu erklären, dass die Mehrheit der DMP-Teilnehmer in der Versichertenbefragung einen verbesserten Gesundheitszustand seit der Programmteilnahme angibt oder dass Teilnehmende häufiger leitliniengerechte Medikamente erhalten und häufiger an die zweite Versorgungsebene überwiesen werden. Eine dem Thema angemessene Diskussion kann und soll jedoch nicht im Rahmen dieses Leserbriefs geführt werden. Den Vorwurf des Kommentators, die Barmer würde mit solchen Untersuchungen unnötig Mitgliedsbeiträge verbrauchen, weisen wir entschieden zurück! Auch Krankenkassen sind gesetzlich gehalten, Qualität, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Insbesondere aber im Interesse unserer Versicherten sind die genannten Analysen unverzichtbar. Die Entscheidung, ob eine Krankenkasse ihre Versicherten zur Teilnahme am DMP motiviert, und in welchem Maß entsprechend erweiterte Informations- und Betreuungsangebote hierzu vorgehalten werden, sollte möglichst auf Daten und Fakten und nicht auf Meinungen basieren. Auch wenn die angesprochenen Ergebnisse nicht jedem gefallen, so sind dies doch die bislang aussagekräftigsten, die zum Nutzen der DMP in Deutschland vorliegen.
Dr. Christian Graf, Walter Ullrich,
Petra Kellermann-Mühlhoff, Dr. Ursula Marschall,
Barmer Ersatzkasse, Lichtscheider Straße 89,
42285 Wuppertal
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