ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2008RFID-Einsatz im Krankenhaus: Störungen bei medizinischen Geräten möglich

TECHNIK

RFID-Einsatz im Krankenhaus: Störungen bei medizinischen Geräten möglich

Dtsch Arztebl 2008; 105(33): A-1749 / B-1508 / C-1476

Krüger-Brand, Heike E.

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Beim Einsatz von drahtloser Funktechnologie im medizinischen Bereich ist Vorsicht angebracht. In einer im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2008; 299: 2884–90; http://jama.ama-assn.org/cgi/content/short/299/24/2884) veröffentlichten Studie haben niederländische Wissenschaftler nachgewiesen, dass RFID-Etiketten auf einer Intensivstation die Funktion von lebenswichtigen medizinischen Geräten stören können. RFID-Chips werden beispielsweise zur Patientenidentifikation oder zur Geräteortung eingesetzt. Dabei handelt es sich um elektronische Transponder, die entweder aktiv elektromagnetische Signale aussenden oder passiv durch ein Lesegerät zur Emittierung von elektromagnetischen Wellen angeregt werden. Die zur Ablesung erforderlichen elektromagnetischen Wellen sind jedoch ein potenzielles Sicherheitsrisiko.

Die Forscher untersuchten, was passiert, wenn aktive und passive RFID-Chips sich in der Nähe von medizintechnischen Geräten, wie Beatmungsgeräten, Ventilatoren, Infusionspumpen, Narkosegeräten oder Herzschrittmachern, befinden. Das aktive RFID übermittelte die Informationen auf einer Frequenz von 125 kHz. Das passive RFID wurde auf der Frequenz von 868 MHz zur Datenübermittlung angeregt. Zunächst betrug die Entfernung zu den medizinischen Geräten zwei Meter, sie wurde dann um jeweils 50 cm verringert, wenn keine Störung auftrat, oder um 50 cm erweitert, wenn es zu einer Störung kam. Letzteres war häufiger der Fall: So traten in einer Entfernung von einem Zentimeter bis sechs Metern bei 34 von 123 Tests Fehlfunktionen der medizinischen Geräte auf. In 22 Fällen waren diese Störungen gefährlich, weil Beatmungsgeräte ausfielen oder selbsttätig die Atemfrequenz veränderten, weil Infusionspumpen stoppten oder externe Schrittmacher den Dienst versagten, weil ein Dialysegerät ausfiel oder der EKG-Monitor eine nicht vorhandene Rhythmusstörung anzeigte.

Diese Fehlfunktionen können zu schwerwiegenden medizinischen Komplikationen führen. Die Wissenschaftler fordern daher ausgiebigere Tests im Intensivbereich. KBr
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