ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2008Hebammen: Kritik an hoher Kaiserschnittrate

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Hebammen: Kritik an hoher Kaiserschnittrate

Dtsch Arztebl 2008; 105(34-35): A-1758 / B-1518 / C-1486

Gerst, Thomas

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Jedes dritte Baby kommt per Schnittentbindung zur Welt. Foto: Vario Images
Jedes dritte Baby kommt per Schnittentbindung zur Welt. Foto: Vario Images
Mit einer Protestaktion will der Deutsche Hebammenverband auf die nach seiner Einschätzung negative Entwicklung in den deutschen Geburtskliniken aufmerksam machen. „Wenn wir heute nicht aktiv werden, wird es in wenigen Jahren kaum noch natürliche Geburten geben“, betont die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands, Helga Albrecht, in einem Schreiben an die Chefärzte deutscher Kliniken. Sie fordert bessere Arbeitsbedingungen für die Hebammen in den Krankenhäusern, aber auch für die selbstständig tätigen Beleghebammen. Mit Sorge verweist Albrecht auf die zunehmende Pathologisierung des Geburtsvorgangs. Nicht zuletzt aus Zeitgründen werde heute bei den meisten Geburten intervenierend eingegriffen. „Mittlerweile erreichen die Kaiserschnittraten an einigen Kliniken dramatische 50 Prozent.“

Fast jedes dritte Kind in Deutschland kommt durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. Dies geht aus einer Analyse des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen hervor. Demnach kamen sowohl im vergangenen Jahr als auch im ersten Halbjahr 2008 rund 31 Prozent der Babys per Schnittentbindung auf die Welt. Dabei gibt es der Studie zufolge große regionale Unterschiede. Spitzenreiter Rheinland-Pfalz verzeichnete mit knapp 40 Prozent fast doppelt so viele Kaiserschnitte wie Sachsen mit 20 Prozent. TG
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